Sommer, Sommer, Sommer
Jetzt brummt’s und blüht es

Erst wollte der Somnmer ja nicht so recht. Aber jetzt kommt er (hoffentlich länger als wieder nur ein paar Tage) richtig in Fahrt – im Botanischen Garten Braunschweig  und im Theaterpark habe ich einige Impressionen gesammelt:

Die Bougainvillea -ein Traum in magenta

Grün-gelbe Strukturen aus dem Fernen Osten: Das Indische Blumemrohr
Die Mähnen-Gerste ist eigentlich in Kanada , Alaska und Sibirien zu Hause – aber im Botanischen Garten Braunschweig fühlt sie sich auch sichtlich wohl. Ein Motiv, an dem der Bildermacher nicht vorbei kommt. in Farbe …
… und Schwarzweiß
Was so eine Große Kolbenhirse werden will, krümmt sich beizeiten
Und das ist unverkennbar ein Hasenschwanz (oder ganz viele). Bekannt ist diese Süßgrasart auchals Samtgras.

Und hier zwei typische Vertreter der floren Vielfalt Neuseelands: Die neuseeländische Flachslilie …
und der Neuseeländer Flachs
Die bizarre Buche im Theaterpark gewährt wie alle Jahre wieder einem Besucher aus dem Reich der Pilze Gastrecht.

text und bilder: © 2017 jos van aken

Klatschmohn & Heldenarsch

Ob die städtischen Gärtner sich etwas dabei dachten – und wenn ja was, ist nicht bekannt. Ins heitere Grübeln kann aber jedenfalls so mancher geraten, der zurzeit die Symbolfigur des sagenhaften Helden Siegfried am Braunschweiger Burgundenplatz en passant beachtet.

Wunderschönen Klatschmohn haben die Spezialisten für städtisches Blühen und Grünzeugs dem germanischen Recken verpasst, den der später wegen seiner unkritisch anbiedernden Nähe zu den Nazis bekannt gewordene völkisch gesinnte Bildhauer Jakob Hoffmann bereits 1928 als Sinnbild für die im Jahre 1919 gegründete Braunschweiger Siedlung Siegfriedviertel entworfen hatte.

Der Mohn klatscht aber nicht etwa rund um den Siegfried – sondern ausschließlich hinter dem nackten Helden mit seinem wohlgeformten Hinterteil. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.


Text und Bilder © 2017 Jos van Aken

Weiße Pracht und Schlammliebe

Die Nymphaea alba hat nichts mit einem abfallsammelnden Betrieb zu tun, der auch in Braunschweig dafür sorgt, dass wir nicht in den von uns immer noch großzügig gesammeltem Müll ersticken. Die „Weiße Nymphe“ – so die wörtrliche Übersetzung des botanischen Namens) ist vielmehr eines der weitest verbreiteten Seerosengewächse.

Diese Prachtgexemplare fand ich heute im Schul- und Bürgergarten. Diese wohlbekannteste Seerosenart wird gern auch als „Wasserlilie“ bezeichnet. Weniger schmeichelhaft ist die Tatsache, dass diese Schwimmblattpflanze ein „Schlammwurzler“ ist.Ohne den „Modder“ auf dem Grund von Seen und Bächen könnte sie gar nicht leben – darüber freuen nicht nur wir uns, sondern vor allem auch die vielen Käfer, die sie in der Öffnungszeit von morgen 7 Uhr bis nachmittags 16 Uhr gern besuchen und den Pollen in ihren Blüten mampfen.
Text und Bilder © 2017 jos van aken

Auch wenn der Sommer
mal streikt: Nass ist Trumpf

So richtig ins Schwitzen hat der Sommer 2017 uns bisher nichtr allzu oft gebracht. Was mich selbst betrifft: Geht klar. Hauptsache, Braunschweig dreht seine Wasserhähne auf und verschafft uns, weise vorausschauend auf den wahrscheinlich letztlich doch nicht aufzuhaltenden Hochsommer feuchtes Vergnügen. Titelbild: Springbrunnen vor dem ECE-Einkaufszentrum Hier einige weitere Beispiele:

Der Brunnen des in der Hedwigsburg lebenden Künstlers Emil Cimiotti (einer der Gründer der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste) lädt während der warmen Jahreszeit vor dem Großen Haus des Braunschweiger Staatstheaters zu Verweilen, Schauen – und natürlich zur Abkühlung ein. Mich verführte die (eher ungewöhnliche Perspektive mit Blick vom Theater auf den Steinweg zu einer weitwinkligen Gegenlicht-Studie ein.

 

 

Einer der zugleich „coolsten“ und irgendwie dabei magischen Orte im Spiel von Dämmer- und Sonnenlicht auf fließendem Wasser: Die Rhododendron-Schlucht des Braunschweiger Botanischhen Gartens mit der Judith-Skulpturder Bildhauerin Sabine Hoppe. IDieses Bild entstand übrigens als „Langzeit“-Belichtung (1/15 sec) mit einer digital speichernden Sony-Minikamera während der Aufnahmen auf Mittelformat-Filmmaterial mit der Mamiya RB 67 (noch nicht entwickelt und bearbeitet)

 

Wasserspielchen vor dem Braunschweiger Rathaus.

 

 

 

Seerosen-Träume im Schul- und Bürgergarten am Rande des Braunschweiger Siegfriedviertels.

 

 

Stillleben mit totem Baum am Rande des Dowe-Sees im Braunschweiger Schul- und Bürgergartens

 

 

Er lächelt der (Dowe)-See, er ladet zum Bade. Hier irrt Schiller, der sein Schauspiel „Wilhelm Tell“ mit diesem „Lied des Fischerknaben“ beginnen lässt. Zu seiner Entschuldigung sei angemerkt, dass der Dichterfürst den Dowesee im Braunschweiger Schul- und Bürgergarten samt Entenhaus und weiblichem Fischerknaben-Ersatz gar nicht kannte.

 

 

… und weils so beruhigend und erfrischend zugleich ist: Hier noch zwei Impressionen vom Dowesee.

 

 

Text und Bilder © 2017 jos van aken

 

 

Auch ohne Midsommarstång wird es
knallkunterbunt – früher oder später

Heute, am 1. Juni, beginnt der Sommer – glaubt man den Meteorologen: Weil die „Wetterfrösche“ nämlich so leichter ihre Statistiken berechnen können. Kalendarisch dagegen beginnt der Sommer seit jeher am Tag der Sommersonnenwende. Die Schweden nennen das weniger umständlich und sogar nach einigen Aquavit noch halbwegs verständlich aussprechbar „Midsommar“, ziehen sich nackig aus (nicht alle, aber einige wohl doch) und hüpfen singend um die Midsommarstång – so eine Art Maibaum ( nur eben nicht im Mai, sondern etwas später).

Dieser kalendarische oder auch astronomische Sommer beginnt mal früher, mal später; es kommt darauf an, dass die Sonne senkrecht über ihrem Wendekreis steht – und zwar dem nördlichen.  Und das ist sowohl sicht- als auch spürbar: Die Mittsommerwende beschert uns nämlich den längsten Tag des Jahres und die kürzeste Nacht.  2017 ist das am 21. Juni.

 

Und weil das 3027 ein Mittwoch ist, müssen die Schweden in diesem Jahr – so schwer es fällt – noch ein paar Tage auf ihren Midsommar warten: Die Schweden sind nämlich (meistens) ziemlich vernünftig und haben 1953 kurzerhand ein Gesetz verabschiedet, wonach – Midsommar hin, Aquavit her – die Stange immer am Sonnabend aufgestellt und umhüpft wird, der zwischen dem 20. und 26. Juni liegt. Eine kluge  Entscheidung – wer will schon an einem Donnerstag oder Montag oder Mittwoch mit Brummschädel zur Arbeit wanken (oder gleich „blau machen“ – letzteres war wohl, weil arbeitgeberfreundlich entscheidend für das Midsommar-Gesetz).

Wer nun denkt, das Kuddelmuddel mit dem Sommeranfang der Wetterkundler einerseits, andererseits mit dem ursprünglich vom Julianischen  Kalender vorgegebenen Mittsommer-Beginn  – mal ganz zu schweigen von der durch Trunk-und Tanzlust der Schweden bestimmten Sonnabend-Regel – sei es genug, der irrt.

 

Es gibt nämlich noch eine – wie ich finde – recht einleuchtende Art, zu bestimmen, wann denn nun der Sommer anfängt. Diese Methode wird „Phänologischer Sommeranfang“ genannt und scheint mir die logischste.  Phänologisch bestimmt wird der Sommer (wie auch die anderen Jahreszeiten) ganz einfach durch Erscheinungen (Phänomene) in der Natur, Wenn zum Beispiel der Schwarze Holunder blüht, beginnt danach der Frühsommer, und wenn die Knospen der Lindenblüte sich entfalten, hat der Hochsommer begonnen.

 

Ich bin in diesem Jahr einfachheitshalber mal den Meteorologen brav gefolgt, habe bei strahlendem Sonnenschein den heutigen 1. Juni, ganz und gar ohne Midsommarstång,  Singen oder alkoholisch beschwingtes Gehüpfe (und akkurat bekleidet) zum Sommeranfang erklärt und bin zum Schul- und Bürgergarten gerollt. Dort hatte eine Explosion, eine Farbexplosion  den bereits verblühenden Frühling von den Beeten gefegt.Der kunterknallbunte Sommer hat begonnen.

 

Text und Bilder © 2017 Jos van Aken

 

Warten auf Victoria und die
anderen Nymphen-Schönheiten

Eine der Attraktionen des Botanischen Gartens der Technischen Universität Braunschweig an Sommerabenden waren Jahr für Jahr die weiß und rosa blühende Riesenseerose Victoria cruciana und viele andere Seerosengewächse im großen Becken eines eigens dafür eingerichteten Gewächshaus – bis 2014. Die Kult-Nächte“ im Spätsommer, in denen der Botanische Garten an der Humboldtstraße lange geöffnet blieb, um den Besuchern die Huldigung der sich in der Dunkelheit öffnenden Riesenseerosenblüten ganz nah am Objekt ihrer Begeisterung zu ermöglichen, gab es erst mal nicht mehr.

Die Blüte der Victoria cruciana ist immer wieder eines meiner bevorzugten Objekte fotografischer Freuden.

 

Die Victoria in voller Blüte

 

Auf den Blättern der Riesenseerose Victoria cruciana kann ohne Kentergefahr ein Kind mit bis zu 30 kg Gewicht Platz nehmen.
Blaue Schönheit im alten Seerosenhaus (2007)

Nach rund 60 Jahren mussten die Freunde von Victoria und ihren Gefährtinnen von Nymphaea gigantea, der himmelblauen Großen Seerose, der auch als Lotos-Blume bekannten Nymphaea pubescens oder der Nymphea rubra (Rote Seerose) auf die Schönheiten verzichten: Das baufällige Gewächshaus musste erst einmal geschlossen und nach 2015 auch geräumt werden. Handfeste Gründe: Das Betonbecken in das die Victoria cruziana Jahr für Jahr gepflanzt wurde, hatte Risse bekommen und wurde nun an mehreren Stellen undicht, die Glaswände des Seerosen-Gewächshauses alt und brüchig, die marode Einfachverglasung ohne isolierende Wirkung. Es bestand akute Einsturzgefahr.

2018 geht es weiter

Immerhin wuchs, gedieh und blühte die Braunschweiger Victoria danach noch einmal im alten, geschlossenen Gewächshaus und konnte 2015 wenigstens von außen beobachtet werden. Danach diente das marode Gewächshaus nur als Winterquartier für winteruntaugliche mediterrane Gewächse.

In der Zwischenzeit blieben die Freunde des Braunschweiger Botanischen Gartens aber nicht etwa untätig: Sie sammelten Spender und fanden zahlungskräftige Sponsoren für einen Neubau. Im Frühling dieses Jahres war es endlich soweit: Im Mai wurde mit dem mittlerweile abgeschlossenen Abriss des alten Gewächshauses begonnen. Bis Ende dieses Jahres soll das neue Seerosen-Gewächshaus stehen – bereit für die blühende Pracht der Wasser-Schönheiten im kommenden Sommer

Neu: barrierefrei & energieeffizient

Das neue Seerosen-Gewächshaus soll vor allem barrierefrei werden – bisher versperrten Stufen den freien Zugang mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Außerdem werden – wenn die erhoffte Spendensumme reicht – eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz und die damit einhergehende Ressourcenschonung ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit garantieren.

Das baufällige Seerosenhaus ist weg – Platz für den Neubau (Stand: 22.05.2017)

Ob lila, ob weiß – Hauptsache
es fliedert wieder

Das deutsche Gemüt ist ziemlich genau ab 1928 geradezu chloroformiert vom Duft des Flieders. Genauer gesagt: Des weißen Flieders. Den machte der gelernte Militärkapellmeister und Komponist Franz Doelle sozusagen unverblühbar mit einem musikalischen Schmachtfetzen.

Den Text dazu reimte zeitgeisttrefflich der Österreicher Fritz Rotter, und geträllert wurde der weiße Flieder (aber bitt’schön nur, wenn er denn wieder blüht) von der Opern-Sopranette Ruth Jost-Arden; die glänzte ansonsten eher ganz seriös und durch den Dirigenten Arturo Toscanini auf dem Hügel in Bayreuth „geadelt)  in Wagner- und Strauss-Opern. Classic-Pop-Crossover ist eben keine Entwicklung unserer Tage …

Dann wächst auch der Spargel wieder

Heute kennen wir vor allem das Flieder-Geschmachte in einer erträglicheren Version von den Comedian Harmonists – die pflanzten bekanntlich nicht nur kleine grüne „Kaktusse“ auf nichtsahnende Balkone oder machten eine gewisse Veronika dezent und melodisch-harmonisch, allerdings nicht unbedingt dezent darauf aufmerksam, dass ein nicht näher beschriebener (Herr?) Lenz den Spargel wachsen lässt.

Hier nun keine Spargel-Bildchen – das Lenz-Gemüse banne ich weder in gepixelter Form noch auf klassisches Film-Material:Ich verspeise es lieber(und zwar ganz und gar klassisch mit zerlassener Butter und festkochenden Kartuffeln (früher nur Linda, heute Belana).

Im Verlauf des Jahres gehört vielmehr die Beobachtung und fotografische Huldigung einer Syringa vulgaris in unserem Hinterhof zu den festen Terminen, die ich um nichts in der Welt verpassen will; besser bekannt die von Ende April bis Mitte Mai blühende und intensive Frühlingsdüfte verströmende Ölbaumgewächs eher als der „Gemeine Flieder“. Der wiederum ist alles andere als gemein in jeglichem Wortsinn, dafür aber nicht unbedingt weiß, sondern besonders beliebt auch – wer hätte es geahnt: fliederfarben; das ist so eine Art dunkel- oder auch blassviolett – übrigens die „Urfarbe“ der Fliederblüten – hier irrten wohl Doelle und Rotter.

Der fliederfarbene Flieder vor unseren Fenstern ist seit einigen Tagen leider verblüht. Bis zum nächsten Jahr bleiben mir nur diese Erinnerungsbildchen:

 

Text & Bilder © 2017 jos van aken

Tausendschön und Puste-Magie

„Goldstandard“ für Wiesenschönheit im Mai: Das Gänseblümchen – und der zweite Klassiker: Löwenzahn. Beide sind übrigens nicht nur schön – sondern auch lecker: beim Gänseblümchen die Blüte und beim Löwenzahn die Blätter. Bevor es heute gewitterte (oder der mörderische Rasenmäher der Hausverwaltung unerbittlich zuschlägt), habe ich mich der Länge nach auf die Wiese vorm Haus geschmissen – mit Kameras natürlich,

Hier nochmal die zwei gelungensten Blümchen-Portraits in Schwarzweiß und Farbe:


Text und Bilder © 2017 Jos van Aken

Beton-Buddies –
im Foto-Farbexperiment

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 2

Mein kleines Braunschweiger Sommer-Highlight sind (unübersehbar) die Beton-Großskulpturen der Künstlerin Christel Lechner; die hat nach einer ersten Ausstellung vor drei Jahren wieder die Braunschweiger Innenstadt mit ihren „Alltagsmenschen“ bevölkert. Die von mir persönlich als „Beton-Buddies“ getauften Typen sind auch 2017 fast zwangläufig Motive, die uns Fotografen anziehen wie das Licht die sprichwörtlichen Motten. An 17 Standorten laden die Lechner-Buddies zum Skulturenweg und immer wieder neuen Sichtweisen im städtischen Umfeld ein – vom Couchpotatoe-Narr auf historischen Burgplatz über drei unter die (Friseur-)Haube gekommenen reiferen Damen vor der Tourist-Info an der „Kleinen Burg“ bis hin zu Waschweibern vor der mittelalterlichen Magnikirche und bierernst den Kindergeburtstag-Dauerbrenner „Reise nach Jerusalem“ in einer Freezing-Variante spielenden reiferen Herrschaften vor dem ECE-Shoppingschloss.

Uralt-Farbdia-Film mit gestalterischem Potential

Mich haben die freundlichen überlebensgroßen „Invasoren“ fotografisch unter anderem zu einem (nicht ganz freiwilligen) Experiment verführt. Neben Fotografien auf herkömmlichen Mittelformat-Schwarzweißfilm (6×7 cm) habe ich auch einige Fotos auf Farbumkehrfilm (Diapositive) aufgenommen; diese Filme aus meinem eisernen Bestand haben ihr „Mindesthaltbarkeitsdatum“ allerdings seit mehr als 10 Jahren überschritten: Was letztlich dabei herauskommt, ist alles andere als vorhersehhbar.

Wie fast zu erwarten, kam dieser Film (trotz korrekter Entwicklung im e6-Prozess) mit seiner satten Rot-Maskierung und merkwürdigen Fehlfarben aus der Entwicklung zurück. Einige dieser Dias ließen sich „nur“ in einer reinen Schwarzweiß-Version einscannen und weiterverarbeiten. Andere reizten mich, ihre auf den ersten Blick unansehnlichen Farben spielerisch-gestaltend zu neuen Farbfotografien grafisch weiter zu entwickeln. Hier die Ergebnisse im Teil 3 der Serie „Beton-Buddies“.

Christel Lechners Narrr . Die Fehlfarben auf dem überlagerten Dia-Film regten mich zu dieser Farbstudie an.

 

Die „Reise nach Jerusalem“ – in meinem Doppelbelichtungsexperiment hätte nicht nur einer der Spieler keinen Sitzplatz mehr gefunden …

 

Nioch einmal das alte Highlight unserer Kindergeburtstage: Die Reise nach Jeruisalem – farblich mal anders.

 

 

Und auch das „Berliner Paar“ auf dem Hagenmarkt wurde (farblich) von mir ein wenig umgestylt.

Bei der Aufnahme der „Waschweiber“ (Magni-Kirchplatz) auf dem überlagerten (AGFA Agfachrome RSX II 100 Professional) ließen sich die Farben der Original-Szene noch annähernd digital rekonstruieren.

 

Die folgenden Aufnahmen wurden ebenfalls mit dem überlagerten Farb-Diafilm fotografiert. Alle Versuche, die Farben wiederherzustellen, scheiterten – deshalb hier die Schwarzweißumwandlung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Bilder: © 2017 Jos van Aken
Kamera: Mamiya RB67 Professional S
Film: AGFA Agfachrome RSX II 100 Professional
Scan: Canon Canoscan 9000F Mark II

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 2

Invasion der Beton-Buddies

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 3

Am Beton scheiden sich wieder mal die Geister der Braunschweiger. Diesmal geht es nicht um notorisch städtebauliche Scheußlichkeiten wie den Anbau am Rathaus oder das nicht wirklich erfolgreich camouflierte Einkaufs-Schloss. Aber es geht doch wieder um Beton, und darüber hinaus geht  es um die nie überzeugend beantwortete Frage „Ist das Kunst – oder kann das weg“.

Vorab: Die Zahl der unerbitterlichen selbsternannten „Kunstkenner“, die sich am „Alltagsmenschen“-Skulpturen-Beton der Wittener Künstlerin Christel Lechner stoßen (wahrscheinlich die große Zehe, wahlweise die rechte oder die linke) hält sich in überschaubaren Grenzen – nimmt man (statistisch und möglicherweise auch politisch nicht korrekt) die Kommentare in den sozialen Netzwerken zum Thema als Anhaltspunkt.

Zumindest gefühlt kommt die Street-Art aber gut an – ganz konkret immer wieder an den lebhaften Kommentaren der Passanten ablesbar, die Christel Lechners „Beton-Buddies“ wie gute alte Freunde begrüßen und sich von den Alltagstypen ein Lächeln ins Gesicht zaubern lassen.

Verdauung à la Brecht

Ich persönlich kann, je länger ich Gedanken oder gar Gefühle daran verschwende, immer weniger mit dem hehren Begriff „Kunst“ anfangen. Oft denke ich, dass Bert Brecht eine ganz brauchbare Definition des Kunstbegriffs geprägt hat. Er stellte lapidar fest:

„Kunst ist nicht, wenn man in die Stube scheißt. Kunst ist, wenn man unter Beifall in die Stube scheißt“.

Aber auch der Versuch des Malers Georg Baselitz (vielen nur bekannt wegen seiner „auf dem Kopf stehenden“ Bilder), sich dem letztlich jeglicher Erklärung entziehenden gummiartigen Begriffen „Kunst“ und „Künstler“ zu nähern, hat was:

„Künstler sind Leute, die etwas tun, für das sich andere schämen würden“

Heitere Begegnungen

Schamlos im Baselitzschen Sinn sind die .Beton-Typen Christel Lechners nicht – zumindest bedecken sie meist züchtig ihre Blößen. Ihre durchgehende Eigenart ist die Heiterkeit. Und da ist es mir völlig wumpe, ob das gekonnte Rumgemantsche von Frau Lechner nun Kunst ist oder nicht. Weg sollte es auf keinen Fall – einfach, weil es ihnen zum Beispiel durchaus gelingt, mir aus einer depressiven Phase heraus zu kommen.

Nachdem ich vor einigen Tagen bereits erste Impressionen mit einer winzigen digital speichernden Kamera von einigen der „Alltagsmenschen“ festgehalten hatte (Beton-Invasoren der netten Art), habe ich jetzt begonnen, einige der Sulpturen(Gruppen) konventionell (also auf Filmmaterial – Negativ-Format 6×7) zu fotografieren. – Für Technik-Freaks: Ich arbeite in diesem Fall mit einer gut 40 Jahre alten Mamiya RB67-Mittelformatkamera.

Den „Narr auf dem Sofa“ liegt auf dem Burgplatz – vor dem dorthin „transplantierten“ Hunebostelschen Haus. Ob er darüber wacht, dass die die dort residierenden Handwerker der Handwerkskammer immer korrekt mit der zahlenden Kundschaft umgehen?

Die Kirche im Dorf lassen und die Wäsche vor derKirche – Waschfrauen vor der Magnikirche
Gut behütet bzw. bemützt – und vom Herrn Gemahl sorgsam beschirmt gegen die sommerliche Hitze: Ein „Berliner Paar“ beim Sightseeing auf dem Hagenmarkt.
„Unter Beobachtung “ der4 Schönen im Kaufhof-Schaufenster sind die beiden kommunizierenden Abfallentworger bei ihrer Pause. Den kontemplativen Alten auf der Rentnerbank( aus Holzpaletten) bringt der ganze Kunst-Rummel um ihn her nicht aus der Ruhe.

Text und Fotos © 2017 jos van aken

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

(Fortsetzung folgt)