Jos van Aken
(Norbert Jos Maas)

imageNachdem ich 2009 die Diagnose „Morbus Parkinson“ erhielt und meinen Beruf als Hörfunk- und Fernsehjournalist nicht mehr ausüben konnte, habe ich mich – wie viele chronisch Kranke, die sich mit ihrer neuen Lebenssituation auseinandersetzen (müssen). Dazu gehören neben der rein medizinischen Seite der nicht tödlichen, aber eben doch unheilbaren Krankheit auch die sozialen Veränderungen im Leben von uns „Chronikern“ und Menschen mit Behinderungen. Wichtig der Versuch, den Alltag, das Leben unter den sich ändernden Bedingungen positiv-konstruktiv zu gestalten.

Erstes Engagement mit chronischLEBEN

Der sich aus diesem Konzept heraus fast zwangsläufig ergebende Name des von mir herausgegebenen Blogs: chronischLEBEN.

Das Konzept des Blogs wurde im Laufe der Jahre seit dem ersten Erscheinen 2010 mehrmals geändert. Vor allem die zunächst und fast zwei Jahre im (Fast-)Einmannbetrieb durchgehaltene intensive Tagesaktualität mit Recherche, Nachrichtenproduktion mit Hintergrundinformationen und unangepasster Kommentierung überstieg mit der Zeit meine physischen und psychischen Möglichkeiten.

Mittlerweile beschränke ich mich im Blog chronischLEBEN auf einige wenige Schwerpunktthemen, die mir persönlich besonders am Herzen liegen. Die reine Nachricht tritt mehr und mehr in den Hintergrund (dahinter es ergiebigere professionelle Quellen genug) zugunsten der Glossen, Kolumnen und Kommentaren.

Die Sprache der Bilder entdecken und entwickeln

Das zusätzliche Angebot der erzählenden gestaltenden Fotografie, das unter anderem in diesem Fotoblog „mit meinen Augen“  zu finden ist, wuchs parallel mit meinem Engagement in der Selbsthilfe z.B. mit dem Blog chronischLEBEN, vermehrt in jüngerer Zeit auch durch Beteiligung in sozialen Netzwerken wie Facebook und Google Plus. Die Sprache der Bilder hat immer  meine Aktivität des Schreibens und Sprechens begleitet. Bilder, in meinem Fall die gestaltete Fotografie, ergänzt das Wort, setzt oft da ein, wo die gesprochene und geschriebene Sprache ihre Grenze findet und nicht weiter weiss.

Vor allem aber sind Bilder nicht (nur) Monologe; das meist wortlose Gespräch zwischen dem Bildmotiv, Bildermacher und den Schauenden ist wesentlicher Bestandteil jeglicher kreativer Bildgestaltung, also auch der Fotografie, die mehr sein soll als nicht sonderlich reflektierte Wiedergabe von Erinnerungen. Ohne Worte entsteht ein lebendiger, wenn auch oft unausgesprochener Dialog.

Mit dem Pseudonym die Wurzeln wiederfinden

Seit 2013 schreibe und fotografiere ich unter dem Namen Jos van Aken. Das Pseudonym ist eine Reminiszenz an meine Vorfahren (mütterlicherseits). „Van Aken“ bedeutet im Niederländischen „von den Lastkähnen“ und weist sowohl auf niederländische (holländische) Wurzeln als auch auf den Beruf meiner Urur-Großväter hin: Sie kamen „von den Aken“, von den Lastkähnen (auf dem Rhein, da wo er zum breiten Strom wird, dem Niederrhein an der deutsch-niederländischen Grenze). Ihr Job: Sie waren „Sakkendrager“ (Säcketräger), in Norddeutschland „Schauerleute“ genannt. Man sagt den Sakkendragern nach, sie seien unter anderem „hard working, hard loving and hard drinking“ gewesen.

(Mit dem Abrüstungsexperten Jan van Aken von der Partei Die Linke bin ich übrigens weder verwandt noch verschwägert. Politisch stehe ich ihm allerdings nahe). Ich bin nicht Mitglied einer Partei, nähre mich nach früheren Tendenzen zu Sozialdemokraten und dem linken Lager der Grünen mehr und mehr den Linken an – da wo es ihnen gelingt, nicht dogmatisch zu missionieren.

Vita Norbert Jos Maas

Ich habe 40 Jahre lang als Redakteur, Reporter und Moderator bei Tageszeitungen, und beim Norddeutscen Rundfunk (NDR) gearbeitet. Mit 62 Jahren wurde ich wegen meiner Parkinsonerkrankung verrentet.

Geboren 1947 in der Kleinstadt Rees am Niederrhein als Norbert Jos Maas.
Kindheit und Jugend ab 1953 in Emmerich (noch ein wenig näher zur niederländischen Grenze).
Ein nicht abgeschlossenes Studium über den so genannten Zweiten Bildungsweg als Musik- und Kunsterzieher an der Folkwang-Hochschule für Musik, Theater, Tanz und Bildende Kunst in Essen-Werden endete vorzeitig mit dem Beginn der Wunschausbildung, einem Volontariat mit dem doppelten Abschluss als Text- und Bildredakteur bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Essen.

16 Jahren lang arbeitete ich zunächst als Redakteur bei der WAZ im Ruhrgebiet, später bei einem Tochterblatt des Mannheimer Morgen in einer Kreisstadt bei Heidelberg (Mosbach) sowie bei der Braunschweiger Zeitung

Schließlich der Wechsel für die restlichen 20 Jahre meines Berufslebens zu Fernsehen und Hörfunk.
Zunächst als Redakteur für Niedersachsen/Bremen bei EUREKA tv, dem Vorgänger des heutigen Senders Pro 7, dann beim Norddeutschen Rundfunk (NDR).

2009 die Diagnose Morbus Parkinson und die Frühverrentung. Seit 2013 schreibe und fotografiere ich unter dem Pseudonym Jos van Aken.

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