Gloria Victoria – cruciana

Im Botanischen Garten geht es weder um eine „ruhmreiche Siegesgöttin“ noch um eine gleichnamige Kaiserstochter und letzte Braunschweigische Herzogin: In einem neu gebauten Wasserpflanzen- und Seerosen-Gewächshaus, das nach fünf Jahren endlich den maroden alten Bau ersetzte, geht es zwar auch um eine Victoria; die heißt aber korrekt und vollständig „Victoria cruziana“, stammt ursprünglich aus Argentinien und Paraguay, und gilt als eine der größten Seerosen der Welt.

Das alte, leider durch seine Beliebtheit bei den Nazis ins Gerede gekommene Kinderlied vom „Mann, der sich Kolumbus nannt“ könnte seines Refrains wegen zu einer Art Hymne auf ein Ereignis werden, das zwei lange Abende lang nach mehreren Jahren Abstinenz wieder tausende Menschen in den Braunschweiger Garten zieht: „Gloria Victoria, widewidewitt juchheirassa“, so der Refrain.

Im Botanischen Garten geht es aber weder um eine „ruhmreiche Siegesgöttin“ noch um eine gleichnamige Kaiserstochter und letzte Braunschweigische Herzogin; in einem neu gebauten Wasserpflanzen- und Seerosen-Gewächshaus, das nach fünf Jahren endlich den maroden alten Bau ersetzte, geht es zwar auch um eine Victoria; die heißt aber korrekt und vollständig „Victoria cruziana“, stammt ursprünglich aus Argentinien und Paraguay, und gilt als eine der größten Seerosen der Welt.

Sie wird auch „Santa-Cruz-Riesenseerose“ genannt – und zeichnet sich (unter anderem) durch zwei Eigenschaften aus: Sie bildet riesige Blätter mit Durchmessern von fast zwei Metern, die locker ein Kind von bis zu 35 Kilo Gewicht tragen – und: Die Victoria lockt nur an zwei Tagen mit süßlichem Geruch Insekten zwecks Bestäubung an: Mit bis zu 25 cm großen Blüten, zunächst rein weiß und in der zweiten Nacht dann rosafarben.

Hier meine Bildimpressionen von der ersten Victoria-Nacht in Braunschweig seit fünf Jahren (zum Vergrößern in die Vorschaubilder klicken):

Das neue, jetzt auch behindertengerechte Seerosen-Gewächshaus hat aber in der warmen Jahreszeit vielmehr zu bieten als die spektakuläre Riesenseerose. Ein Besuch lohnt sich immer. Unter anderem blühen gerade auch mehrere Lotus-Arten. Wem es im tropisch-schwülwarmen Seerosenhaus zu heiß wird, findet im Bauerngarten des Botanischen Gartens unter anderem jede Menge Sonnenblumen und den ersten Abschiedsgruß an den Sommer: Sonnenhut, der auch im Verblühen noch wunderschön ist:

Text und Bilder © 2018 Jos van Aken

Blütenrausch

Wer gerade durch die Gärten schlendert, weiß gar nicht, wo er zuerst hinschauen soll. Die Natur tobt sich gerade in einem sommerlichen Blütenrausch aus. Ich war in den vergangenen Tagen mit Kameras vor allem im Braunschweiger Botanischen Garten an der Humboldtstraße unterwegs – und machte heute einen Abstecher zum Schulgarten:

Bilder zum Vergrößern anklicken

Text und Bilder: © 2018 Jos van Aken

Ein paar Blümchen und
die Sommersonnenzeit

Was haben wir ihn doch erfleht, beschworen und – falls gläubig – auch schon mal mit inbrünstigem Gebet , ähnlich wie die Indianer und anderen Naturvölker, versucht herbei zu zaubern: Den Sommer.

Jetzt haben wir ihn seit Wochen – und schon mag diese oder jener die jahreszeitüblichen Wetterphänomene gar nicht mehr leiden. Zum Beispiel, wenn Gewitter und andere Unwetter die Sommerfreuden verderben (kann man ja nachvollziehen – wenn das idyllisch und poetisch plätschernde Bächlein zum alles mitreissenden Strom anschwillt).Viele, die über Schmuddelwinterwetter geschimpft hatten, lamentieren jetzt aber ganz einfach auch über viel zu viel Schönwetter. Na ja, ich kann Temperaturen um 30 Grad Celsius auch nicht sonderlich gut ab. Ist aber kein Grund für schlechte Laune  – gibt es doch Schatten, Mineralwässerchen und vornehme Zurückhaltung in Sachen Bewegung.

Hier einige blumige Impressionen, die ich heute im Botanischen Garten Braunschweig – und am Braunschweiger Dom mit der Kamera gesammelt habe Bilder zum Vergrößern anklicken):

Bilder und Text © 2018 Jos van Aken

Na endlich – Der Frühling nimmt Fahrt auf

Auch wenn gerade zwischendurch gefühlt mal wieder das April-Klischee über den Bilderbuch-Lenz siegte: Der Frühling kommt endlich in Fahrt. Die Folge sind nicht nur bei uns Menschen die einschlägigen zu dieser beliebten Jahreszeit gehörigen Gefühle – wer mag, darf auch von Wallungen schwärmen (oder solche genießen): Auch der vielfältige Rest der Natur zeigt dem Winter, was ’ne Blüte ist.

Hier eine kleine Auswahl meiner Frühlingsfotos: Sie entstanden im Braunschweiger Botanischen Garten und im Garten unserer guten Freundin Annemarie in Melverode (Zur Ansicht der größeren Bilder einfach anklicken).

Text & Bilder ©  Jos van Aken

Ich hab‘ den Frühling gesehn

Noch hat der Frühling nicht wirklich begonnen: Der astronomische Frühling startet ja erst mit der Tag- und Nachtgleiche, das Aquinoktium, – und das ist in diesem Jahr der 20. März. Aber alle Jahre wieder, das ist eben nicht nur die Vorfreude auf Weihnachten, sondern auch das ungeduldige Warten auf die Zeit der Knospen, der ersten Blüten und der Sonne.

Der Frühling bricht aber nicht etwa wie eine wunderschöne Positiv-Katastrophe über uns herein; er kündigt sich verlässlich an – bereits Wochen bevor Tag und Nacht gleich lang sind. Ich persönlich habe einen Lieblingsplatz, wo mich die ersten Vorboten des Frühling schon von weitem begrüßen: Im Braunschweiger Botanischen Garten, unterhalb des Gartenhäuschen und gegenüber von der riesigen Tulpen-Magnolie (die auch bald blühen wird – wenn wir Glück haben zeitgleich über einem „Teppich“ von betörend blauen Scilla) haben die Gärtner einem sich frei ausbreitenden Beet  einen Stammplatz gegeben, wo die Winterlinge kurz vor dem Frühlingsbeginn zeigen dürfen, was sie können: Uns mit ihren leuchtenden knallgelben Blüten daran erinnern, dass der Winter endlich, endlich zu Ende geht.

Text & Fotos © 2018 Jos van Aken