Sommer, Sommer, Sommer
Jetzt brummt’s und blüht es

Erst wollte der Somnmer ja nicht so recht. Aber jetzt kommt er (hoffentlich länger als wieder nur ein paar Tage) richtig in Fahrt – im Botanischen Garten Braunschweig  und im Theaterpark habe ich einige Impressionen gesammelt:

Die Bougainvillea -ein Traum in magenta

Grün-gelbe Strukturen aus dem Fernen Osten: Das Indische Blumemrohr
Die Mähnen-Gerste ist eigentlich in Kanada , Alaska und Sibirien zu Hause – aber im Botanischen Garten Braunschweig fühlt sie sich auch sichtlich wohl. Ein Motiv, an dem der Bildermacher nicht vorbei kommt. in Farbe …
… und Schwarzweiß
Was so eine Große Kolbenhirse werden will, krümmt sich beizeiten
Und das ist unverkennbar ein Hasenschwanz (oder ganz viele). Bekannt ist diese Süßgrasart auchals Samtgras.

Und hier zwei typische Vertreter der floren Vielfalt Neuseelands: Die neuseeländische Flachslilie …
und der Neuseeländer Flachs
Die bizarre Buche im Theaterpark gewährt wie alle Jahre wieder einem Besucher aus dem Reich der Pilze Gastrecht.

text und bilder: © 2017 jos van aken

Warten auf Victoria und die
anderen Nymphen-Schönheiten

Eine der Attraktionen des Botanischen Gartens der Technischen Universität Braunschweig an Sommerabenden waren Jahr für Jahr die weiß und rosa blühende Riesenseerose Victoria cruciana und viele andere Seerosengewächse im großen Becken eines eigens dafür eingerichteten Gewächshaus – bis 2014. Die Kult-Nächte“ im Spätsommer, in denen der Botanische Garten an der Humboldtstraße lange geöffnet blieb, um den Besuchern die Huldigung der sich in der Dunkelheit öffnenden Riesenseerosenblüten ganz nah am Objekt ihrer Begeisterung zu ermöglichen, gab es erst mal nicht mehr.

Die Blüte der Victoria cruciana ist immer wieder eines meiner bevorzugten Objekte fotografischer Freuden.

 

Die Victoria in voller Blüte

 

Auf den Blättern der Riesenseerose Victoria cruciana kann ohne Kentergefahr ein Kind mit bis zu 30 kg Gewicht Platz nehmen.
Blaue Schönheit im alten Seerosenhaus (2007)

Nach rund 60 Jahren mussten die Freunde von Victoria und ihren Gefährtinnen von Nymphaea gigantea, der himmelblauen Großen Seerose, der auch als Lotos-Blume bekannten Nymphaea pubescens oder der Nymphea rubra (Rote Seerose) auf die Schönheiten verzichten: Das baufällige Gewächshaus musste erst einmal geschlossen und nach 2015 auch geräumt werden. Handfeste Gründe: Das Betonbecken in das die Victoria cruziana Jahr für Jahr gepflanzt wurde, hatte Risse bekommen und wurde nun an mehreren Stellen undicht, die Glaswände des Seerosen-Gewächshauses alt und brüchig, die marode Einfachverglasung ohne isolierende Wirkung. Es bestand akute Einsturzgefahr.

2018 geht es weiter

Immerhin wuchs, gedieh und blühte die Braunschweiger Victoria danach noch einmal im alten, geschlossenen Gewächshaus und konnte 2015 wenigstens von außen beobachtet werden. Danach diente das marode Gewächshaus nur als Winterquartier für winteruntaugliche mediterrane Gewächse.

In der Zwischenzeit blieben die Freunde des Braunschweiger Botanischen Gartens aber nicht etwa untätig: Sie sammelten Spender und fanden zahlungskräftige Sponsoren für einen Neubau. Im Frühling dieses Jahres war es endlich soweit: Im Mai wurde mit dem mittlerweile abgeschlossenen Abriss des alten Gewächshauses begonnen. Bis Ende dieses Jahres soll das neue Seerosen-Gewächshaus stehen – bereit für die blühende Pracht der Wasser-Schönheiten im kommenden Sommer

Neu: barrierefrei & energieeffizient

Das neue Seerosen-Gewächshaus soll vor allem barrierefrei werden – bisher versperrten Stufen den freien Zugang mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Außerdem werden – wenn die erhoffte Spendensumme reicht – eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz und die damit einhergehende Ressourcenschonung ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit garantieren.

Das baufällige Seerosenhaus ist weg – Platz für den Neubau (Stand: 22.05.2017)

24,9° C – fast schon so was
ähnliches wie Sommer im Frühling

Einen Tag vor dem 1. April – und damit wahrscheinlich eher kein Aprilscherz – wurde in Braunschweig eine Temperatur von 24,9° Celsius gemessen. Das hat schon was von Sommer. Der Flora im Botanischen Garten an der Humboldtstraße war es offensichtlich egal, dass ein mickriges Zehntel Grad an einer „korrekten“Sommertemperatur fehlte: Es grünte und blüht, was die Frühlingsfühle hergeben. Ja, auch (und ganz besonders) Pflanzen sind zur Zeit auf das Motto „Wachset und mehret euch“ eingestellt. Hier der fotografische Beweis. Impressionen meiner heutigen Frühlingstesttour:

Die Kreuzmagnolie blüht schon seit einigen Tagen
Heute hatte dann auch die Tulpenmagnolie im Bauerngarten ihren großen Auftritt
Bei Magnolien (hier wieder die Kreuzmagnolie) lohnt sich immer ein Blick nach oben.
Einwenig versteckt neben dem Eingang Humboldtstraße und hinter einem der Torhäuser blüht eine der Kamelien des Botanischen Gartens.
Die Baumriesen

Halali – nach erfolgreicher Fotojagd ruht sich Autor und Fotograf Jos van Aken unter der Tulpenmagnolie im Bauerngarten aus – Immer dabei nach dem bewährten Motto „Nie ohne meine big fat japanese mami“: die old fashioned Mittelformatkamera Mamiya RB 67 – die Fotos hier entstanden allerdings nicht auf Filmmaterial (das muss erst noch entwickelt werden), sondern mit einer schnellen kleinen Digital-Knipse.

 

Nobler Farbfilm-Schatz ein
Stündchen in ordinärem Rodinal

Ich bin alles andere als ein Held. Wenn überhaupt, dann könnte ich mich bestenfalls in der Rolle des Antihelden sehen – weniger schmeichelhaft gesagt: Ich bin zuweilen ein elender „Schisser“. Aber heute habe ich doch eine klitzekleine Stufe auf der Treppe zum „Helden“ erklommen. Kurz: Ich habe „es“ getan.

Was? Das Ergebnis – vorweg – seht ihr hier. Ich hatte seit Tagen gegrübelt, recherchiert, Pro und Contra erwogen (und beides immer wieder verworfen). Es ging um die nicht ganz unwesentliche Frage: Was fange ich mit den wunderbaren, seit Jahren abgelaufenen Farbdia-Rollfilmen (AGFA RSX-II ) an, die ich mit meiner Mamiya RB67 geschenkt bekommen hatte? Na klar: Fotografieren. Ich füttere seitdem immer wieder mal die 67er-Magazine meiner „biug fat Mami“ und auch meine „kleine“ Mamiya 645 1000 S mit dem edlem Zelluloid.

„Nobler Farbfilm-Schatz ein
Stündchen in ordinärem Rodinal“
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Ist das Kitsch – oder
muss das jetzt sein ???

Farben mal so richtig knallen lassen ist eigentlich nicht mein Ding. Aber manchmal muss es eben doch sein:Frühlingsimpressionen aus dem Bauerngarten des Botanischen Gartens in Braunschweig an der Humboldtstraße. Da beginnt gerade die Magnolienblüte, zunächst sind es wie in jedem Jahr die Sternmagnolien – und darunter der Teppich von Blaustern-Blüten.

Frühling lässt sein blaues …
oder darf’s auch pink sein?

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

Das „blaue Band“ ist vielseitig nützlich. Einerseits ist es seit jeher so eine Art Orden und Ehrenzeichen für den schnellsten Gaul beim britischen Derby und später für besonders fixe Dampfer auf der Atlantikroute – eine geniale Marketingidee transatlantischer Reeder des 19. Jahrhunderts. Andererseits fällt unsereiner das blaue Dingsda reflexartig im März, spätestens im April ein – und dann hat es weder mit edlen Rösern noch mit dicken Pötten auf hoher See zu tun, sondern mit einem gewissen Mörike, Eduard Mörike. Der hatte nicht nur die Lizenz zum Dichten, sondern war auch Teil eines schwäbischen „Rat Packs“. Mörikes Freundschaft mit zwei anderen notarisch schwäbelnden Lyrikern, Friedrich Hölderin und Wilhelm Waiblinger, erinnert mich – warum auch immer – irgendwie an das Trio Frank Sinatra, Sammy Davis Jr., Dean Martin das alssingendes und tanzendes „Rattenpack“ („Rat Pack“) Triumphe auf den Bühnen feierte.

Mörike also und sein blaues Band, das er in seinem Blockbuster-Gedicht „Er ist’s“ alle Jahre „wieder flattern“ lässt durch die Lüfte – mitsamt wohlbekannter ahnungsvoller Düfte. Natürlich meinte der romantische Schwärmer das  träumende Veilchen (das zwar nichtflattertr, aber immerhin bevorzugt blau ist –  und mitnichten die strengen Gülleschwaden, für den – damals wie heute – die emsigen Bauersleut beim Nähren ihres Ackers sorgen, sondern die olefaktorischen Nasenschmeicheleien, mit denen vor allem Viola odorata (das Duftveilchen), Viola alpina (das Ostalpen-Stiefmütterchen und all die anderen fast immer ein echtes Mörike-Frühlings-Blau produzierenden Mitglieder der Familie der Violaceae, der Veilchengewächse.

Auf meiner Suche nach dem Frühling und seinem „Blauen Band“ habe ich allerlei Farbe gefunden, auch ein Blau, das den Verseschmied aus dem Schwäbischen zu literarischen Frühlingsgefülen inspiriert hätte. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Cilla-Teppich: Der Blaustern heißt nicht nur so, er ist es: Blau, bläuer geht’s kaum.

„Frühling lässt sein blaues …
oder darf’s auch pink sein?“
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Blühender Endspurt in den Lenz

In wenigen Tagen beginnt er wirklich: der Frühling aka Lenz (von wegen der Veronika). Zu beobachten und gebührend zu bewundern ist dieses alljährlich von fast allen – außer den Pollen-Allergikern wahrscheinlich – herbei gesehnte Spektakulum der Natur erfahrungsgemäß und in geballter Form in unseren Botanischen Gärten. Ich habe mich  heute mal wieder im Braunschweiger Botanischen Garten umgeschaut.

Während die Blausterne bereits unmissverständlich auf Frühlingsgefühle hinweisen, ziert sich die Magnolie eine Etage höher noch ein wenig; aber Knospen gibt es reichlich.
Zu den unübersehbaren Frühlingsboten gehört natürlich auch die Korkenzieherweise hoch über dem Okerufer – für den Fotografen grafisch schwarzweiß ebenso attraktiv wie im sattem Gelb der Kätzchen dieses Baums, der ursprünglich in China beheimatet war und übrigens ein naher Verwandter der bekannteren Trauerweide ist.

Mein absoluter Favorit unter den Bäumen, die riesige Blutbuche zeigt noch kein Grün – aber sie ist umgeben vonKrokussen, die ihre Blüten der Sonne entgegenstrecken.

… wenn der Krokus(s) dem
Schneeglöckchen einen mit gibt

Verglichen mit der Vielfalt im Sommer ist das Blüten-Angebot in Botanischen Gärten ja noch überschaubar. Aber es geht wohl den meisten von uns so: Wir begrüßen und bejubeln jedes einzelne Blümchen, das uns das Ende der kalten Jahreszeit ankündigt.

Nach den Winterlingen und den Krokussen, die wie üblich die Frühlingsampel auf Grün schaltete (für Farbenbline: Eigentlich handelt es sich um leuchtendes Gelb und Blau bis Violett) sind jetzt Schneeglöckchen und Märzenbecher an der Reihe; auch immer wieder stimmungserhellend.

Sonne tanken
für die Bienen und so

Irgendwann musste es ja passieren – und heute war es endlich so weit: Über Nacht hatten sich die ersten der (Vor-) Frühlingsblumen im Botanischen Garten Braunschweig herausgetraut. Und jetzt weisen sie alles andere als dezent darauf hin, dass es los gehen kann mit der Blüherei, den Bienen und so ..