Auch wenn der Sommer
mal streikt: Nass ist Trumpf

So richtig ins Schwitzen hat der Sommer 2017 uns bisher nichtr allzu oft gebracht. Was mich selbst betrifft: Geht klar. Hauptsache, Braunschweig dreht seine Wasserhähne auf und verschafft uns, weise vorausschauend auf den wahrscheinlich letztlich doch nicht aufzuhaltenden Hochsommer feuchtes Vergnügen. Titelbild: Springbrunnen vor dem ECE-Einkaufszentrum Hier einige weitere Beispiele:

Der Brunnen des in der Hedwigsburg lebenden Künstlers Emil Cimiotti (einer der Gründer der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste) lädt während der warmen Jahreszeit vor dem Großen Haus des Braunschweiger Staatstheaters zu Verweilen, Schauen – und natürlich zur Abkühlung ein. Mich verführte die (eher ungewöhnliche Perspektive mit Blick vom Theater auf den Steinweg zu einer weitwinkligen Gegenlicht-Studie ein.

 

 

Einer der zugleich „coolsten“ und irgendwie dabei magischen Orte im Spiel von Dämmer- und Sonnenlicht auf fließendem Wasser: Die Rhododendron-Schlucht des Braunschweiger Botanischhen Gartens mit der Judith-Skulpturder Bildhauerin Sabine Hoppe. IDieses Bild entstand übrigens als „Langzeit“-Belichtung (1/15 sec) mit einer digital speichernden Sony-Minikamera während der Aufnahmen auf Mittelformat-Filmmaterial mit der Mamiya RB 67 (noch nicht entwickelt und bearbeitet)

 

Wasserspielchen vor dem Braunschweiger Rathaus.

 

 

 

Seerosen-Träume im Schul- und Bürgergarten am Rande des Braunschweiger Siegfriedviertels.

 

 

Stillleben mit totem Baum am Rande des Dowe-Sees im Braunschweiger Schul- und Bürgergartens

 

 

Er lächelt der (Dowe)-See, er ladet zum Bade. Hier irrt Schiller, der sein Schauspiel „Wilhelm Tell“ mit diesem „Lied des Fischerknaben“ beginnen lässt. Zu seiner Entschuldigung sei angemerkt, dass der Dichterfürst den Dowesee im Braunschweiger Schul- und Bürgergarten samt Entenhaus und weiblichem Fischerknaben-Ersatz gar nicht kannte.

 

 

… und weils so beruhigend und erfrischend zugleich ist: Hier noch zwei Impressionen vom Dowesee.

 

 

Text und Bilder © 2017 jos van aken

 

 

Beton-Buddies –
im Foto-Farbexperiment

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 2

Mein kleines Braunschweiger Sommer-Highlight sind (unübersehbar) die Beton-Großskulpturen der Künstlerin Christel Lechner; die hat nach einer ersten Ausstellung vor drei Jahren wieder die Braunschweiger Innenstadt mit ihren „Alltagsmenschen“ bevölkert. Die von mir persönlich als „Beton-Buddies“ getauften Typen sind auch 2017 fast zwangläufig Motive, die uns Fotografen anziehen wie das Licht die sprichwörtlichen Motten. An 17 Standorten laden die Lechner-Buddies zum Skulturenweg und immer wieder neuen Sichtweisen im städtischen Umfeld ein – vom Couchpotatoe-Narr auf historischen Burgplatz über drei unter die (Friseur-)Haube gekommenen reiferen Damen vor der Tourist-Info an der „Kleinen Burg“ bis hin zu Waschweibern vor der mittelalterlichen Magnikirche und bierernst den Kindergeburtstag-Dauerbrenner „Reise nach Jerusalem“ in einer Freezing-Variante spielenden reiferen Herrschaften vor dem ECE-Shoppingschloss.

Uralt-Farbdia-Film mit gestalterischem Potential

Mich haben die freundlichen überlebensgroßen „Invasoren“ fotografisch unter anderem zu einem (nicht ganz freiwilligen) Experiment verführt. Neben Fotografien auf herkömmlichen Mittelformat-Schwarzweißfilm (6×7 cm) habe ich auch einige Fotos auf Farbumkehrfilm (Diapositive) aufgenommen; diese Filme aus meinem eisernen Bestand haben ihr „Mindesthaltbarkeitsdatum“ allerdings seit mehr als 10 Jahren überschritten: Was letztlich dabei herauskommt, ist alles andere als vorhersehhbar.

Wie fast zu erwarten, kam dieser Film (trotz korrekter Entwicklung im e6-Prozess) mit seiner satten Rot-Maskierung und merkwürdigen Fehlfarben aus der Entwicklung zurück. Einige dieser Dias ließen sich „nur“ in einer reinen Schwarzweiß-Version einscannen und weiterverarbeiten. Andere reizten mich, ihre auf den ersten Blick unansehnlichen Farben spielerisch-gestaltend zu neuen Farbfotografien grafisch weiter zu entwickeln. Hier die Ergebnisse im Teil 3 der Serie „Beton-Buddies“.

Christel Lechners Narrr . Die Fehlfarben auf dem überlagerten Dia-Film regten mich zu dieser Farbstudie an.

 

Die „Reise nach Jerusalem“ – in meinem Doppelbelichtungsexperiment hätte nicht nur einer der Spieler keinen Sitzplatz mehr gefunden …

 

Nioch einmal das alte Highlight unserer Kindergeburtstage: Die Reise nach Jeruisalem – farblich mal anders.

 

 

Und auch das „Berliner Paar“ auf dem Hagenmarkt wurde (farblich) von mir ein wenig umgestylt.

Bei der Aufnahme der „Waschweiber“ (Magni-Kirchplatz) auf dem überlagerten (AGFA Agfachrome RSX II 100 Professional) ließen sich die Farben der Original-Szene noch annähernd digital rekonstruieren.

 

Die folgenden Aufnahmen wurden ebenfalls mit dem überlagerten Farb-Diafilm fotografiert. Alle Versuche, die Farben wiederherzustellen, scheiterten – deshalb hier die Schwarzweißumwandlung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text und Bilder: © 2017 Jos van Aken
Kamera: Mamiya RB67 Professional S
Film: AGFA Agfachrome RSX II 100 Professional
Scan: Canon Canoscan 9000F Mark II

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 2

Invasion der Beton-Buddies

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 3

Am Beton scheiden sich wieder mal die Geister der Braunschweiger. Diesmal geht es nicht um notorisch städtebauliche Scheußlichkeiten wie den Anbau am Rathaus oder das nicht wirklich erfolgreich camouflierte Einkaufs-Schloss. Aber es geht doch wieder um Beton, und darüber hinaus geht  es um die nie überzeugend beantwortete Frage „Ist das Kunst – oder kann das weg“.

Vorab: Die Zahl der unerbitterlichen selbsternannten „Kunstkenner“, die sich am „Alltagsmenschen“-Skulpturen-Beton der Wittener Künstlerin Christel Lechner stoßen (wahrscheinlich die große Zehe, wahlweise die rechte oder die linke) hält sich in überschaubaren Grenzen – nimmt man (statistisch und möglicherweise auch politisch nicht korrekt) die Kommentare in den sozialen Netzwerken zum Thema als Anhaltspunkt.

Zumindest gefühlt kommt die Street-Art aber gut an – ganz konkret immer wieder an den lebhaften Kommentaren der Passanten ablesbar, die Christel Lechners „Beton-Buddies“ wie gute alte Freunde begrüßen und sich von den Alltagstypen ein Lächeln ins Gesicht zaubern lassen.

Verdauung à la Brecht

Ich persönlich kann, je länger ich Gedanken oder gar Gefühle daran verschwende, immer weniger mit dem hehren Begriff „Kunst“ anfangen. Oft denke ich, dass Bert Brecht eine ganz brauchbare Definition des Kunstbegriffs geprägt hat. Er stellte lapidar fest:

„Kunst ist nicht, wenn man in die Stube scheißt. Kunst ist, wenn man unter Beifall in die Stube scheißt“.

Aber auch der Versuch des Malers Georg Baselitz (vielen nur bekannt wegen seiner „auf dem Kopf stehenden“ Bilder), sich dem letztlich jeglicher Erklärung entziehenden gummiartigen Begriffen „Kunst“ und „Künstler“ zu nähern, hat was:

„Künstler sind Leute, die etwas tun, für das sich andere schämen würden“

Heitere Begegnungen

Schamlos im Baselitzschen Sinn sind die .Beton-Typen Christel Lechners nicht – zumindest bedecken sie meist züchtig ihre Blößen. Ihre durchgehende Eigenart ist die Heiterkeit. Und da ist es mir völlig wumpe, ob das gekonnte Rumgemantsche von Frau Lechner nun Kunst ist oder nicht. Weg sollte es auf keinen Fall – einfach, weil es ihnen zum Beispiel durchaus gelingt, mir aus einer depressiven Phase heraus zu kommen.

Nachdem ich vor einigen Tagen bereits erste Impressionen mit einer winzigen digital speichernden Kamera von einigen der „Alltagsmenschen“ festgehalten hatte (Beton-Invasoren der netten Art), habe ich jetzt begonnen, einige der Sulpturen(Gruppen) konventionell (also auf Filmmaterial – Negativ-Format 6×7) zu fotografieren. – Für Technik-Freaks: Ich arbeite in diesem Fall mit einer gut 40 Jahre alten Mamiya RB67-Mittelformatkamera.

Den „Narr auf dem Sofa“ liegt auf dem Burgplatz – vor dem dorthin „transplantierten“ Hunebostelschen Haus. Ob er darüber wacht, dass die die dort residierenden Handwerker der Handwerkskammer immer korrekt mit der zahlenden Kundschaft umgehen?

Die Kirche im Dorf lassen und die Wäsche vor derKirche – Waschfrauen vor der Magnikirche
Gut behütet bzw. bemützt – und vom Herrn Gemahl sorgsam beschirmt gegen die sommerliche Hitze: Ein „Berliner Paar“ beim Sightseeing auf dem Hagenmarkt.
„Unter Beobachtung “ der4 Schönen im Kaufhof-Schaufenster sind die beiden kommunizierenden Abfallentworger bei ihrer Pause. Den kontemplativen Alten auf der Rentnerbank( aus Holzpaletten) bringt der ganze Kunst-Rummel um ihn her nicht aus der Ruhe.

Text und Fotos © 2017 jos van aken

Hier geht’s zu Teil 1 der Serie

(Fortsetzung folgt)

Beton-Invasoren
– der netten Art

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 2

Hier geht’s zu Beton-Buddies – Teil 3

Vor drei Jahren bevölkerten sie bereits schon einmal die Braunschweiger Innenstadt, machten nicht einmal vor dem Dom Halt, tanzten um Brunnen, nahmen auf dem altehrwürdigen Altstadtmarkt eine Dusche oder saßen einfach nur rum – Geschöpfe der Töpfermeisterin, Bildhauerin und Installationskünstlerin Christel Lechner aus Witten an der Ruhr. „Alltagsmenschen“ nennt die 69jährige  ihre Invasoren: Lebensgroße Skulpturen aus Beton und Polystyrol, einem Schaumstoff.

Jetzt sind sie Lechnerschen Kreaturen zurückgekehrt nach Braunschweig. Diesen Sommer über begegnen Passasnten ihnen (fast) überall in der Innenstadt. Hier erste Eindrücke:

Text & Bilder: Jos van Aken

Beton-Buddies – Teil 2

 

 

Kann ich nicht raus in den
Frühling, hol‘ ich den Lenz eben rein

Früher war mehr Frühling – gefühlt. Aber eigentlich passt es mir ganz gut in den Kram, dass sich in diesem unserem Jahr 2017 in unseren eher durchwachsenen Breiten das ohnehin hemmungslos überschätzte Osterfest nicht in das durchsonnte, blaubehimmelte Klischee von „schönem“ Wetter mitsamt Schäfchenwolken  pressen ließ, sondern eher dem guten alten Motto gerecht wurde: „April, April – der macht was er will“ (er, der April – und eben nicht, was sie,  die Tourismus- und sonstige Konsumindustrie umsatzfördernd verlangt).

Depressionen haben eben auch ihr Gutes

Und dem April war mal wieder seiner Natur gehorchend unübersehbar danach, sich nicht den Oster-Wunschvorstellungen von Lieschen Müller in Sachen Osterfest zu beugen, sondern mir einen nachvollziehbaren Grund zu liefern, die Feiertage auf meine Art zu feiern – als Couchpotatoe und um Himmels willen nicht als so eine Art Osterhase durch zeckenverseuchte Wiesen hoppeln.

Nein, mir war ehrlich gesagt einfach nicht danach, die schützende Hülle der Wohnung zu verlassen und mich in die mir manchmal (natürlich auch „nur“ gefühlt) fast bedrohlich begegnende  Welt „da draußen“ zu begeben. Prosaisch gesagt: Wenn ich mal wieder (wahrscheinlich nach einer Art Zufallsprinzip) zusätzlich zu den üblichen Parkinson-Zipperlein eine typische Begleiterscheinung dieser hochinteressanten Malaise erwischt, eine depressive Phase, dann bleib ich lieber, mehr oder weniger still vor mich hin leidend, in den sicheren vier Wänden meiner bescheidenen Behausung, die obendrein noch den unschätzbar hohen Vorteil einer Decke überm kahlen Kopf bietet. Depressionen haben eben auch ihr Gutes – oder so.

’n bisken Sakura im Siegfriedviertel

Aber gänzlich auf den Frühling, der gerade eine kleine Oster-Pause eingelegt hat, die mir die plausible Ausrede für das Mich-Verkriechen liefert, mag ich nun doch nicht verzichten. Und da habe ich entdeckt, dass auch ein nicht ganz freiwilliger elender Stubenhocker wie ich zu seinen Lenz-Freuden kommen kann: Schaffe ich es – warum auch immer – nicht raus in den Frühling, Spring oder Printemps, dann hol ich mir diese wohl meistbesungene Jahreszeit eben rein in die Bude. Zum Beispiel als kleines Narzissengesteck oder auch einfach beim Blick durchs Fenster auf den Hinterhof mitsamt seinem Kirschbaum in Vollblüte: Sakura im Siegfriedviertel in der Braunschweiger Nordstadt.

Text & Fotos: © 2017 jos van aken

Das bisschen Frühling festhalten: „Making of“ des obligatorischen Osterbildes mit Narzissen und Nippes.

 

Ein bisschen Frühling auf dem heimischen Esstisch
Jede Menge Frühling im Hinterhof: Ein Hauch von Sakura imSiegfriedviertel

 

Weiter hoffen auf
fröhliche & friedliche Ostertage

Leider sieht es gar nicht so aus. Was um uns herum geschieht, macht vielen Angst – mir auch. Dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Menschen doch noch wach werden – und wir dann noch viele fröhliche & friedliche Ostertage gemeinsam feiern dürfen. Die Osterglocken, die vor wenigen Tagen noch aussahen, als würden sie elendiglich eingehen, haben sich doch noch eines Besseren  besonnen und blühen pünktich zum Fest.

Das lässt hoffen, meine ich.

jos van aken

Schloss-Wächter & Bus-Beauty

Begegnungen mit Menscheen in „meiner“ Stadt – das sind immer besondere Momente, natürlich auch für den Fotografen. In den vergangenen Tagen sind mir zwei junge Passanten besonders aufgefallen:

Die junge Frau, die neben mir im Bus zur Stadt saß, fiel mir nict nur wegen ihrer Schönheit auf: Fasziniert war ich von der Ruhe, der Gelassenheit und Würde, die sie ausstrahlte.

 

 

Und dann war da noch der junge Mann, der  mit vielen anderen an der Treppe zum Braunschweiger Schlossmuseum das frühe Fast-Sommerwetter und den Blick auf die alten und neuen Karossen beim Braunschweiger Autofrühling genoss. Fast machte er den Eindruck als sei er der gestrenge Wächter vor den Toren des Braunschweiger Shopping-Castles. Mein persönlicher Eindruck: Er wollte sehen – und unbedingt gesehen werden. Beides gelang ihm. Und Zeit für den obligatorischen Blick ins Smartphone blieb auch noch.

 

Text & Foto:© 2017 Jos van Aken

Frühlings“blumen“ mit
PS, töff töff und brumm brumm

Einen bunten Blumenstrauß der etwas anderen Art präsentieren die Stadt Braunschweig und deren Autohändler traditionell Anfang April mit dem „Autofrühling“. Neben den neusten Blechkutschen-Modelle einiger Automarken (schließlich geht es ja letztlich doch um das Ankurbeln der automobilen Umsätze) präsentieren sich an diesem Wochenende vor allem auf dem Burgplatz in der Kulisse von Dom, Burg Dankwarderode und historischer Bürgerhäuser rund um den Burglöwen Blech- und Chrom-Design-Models auf vier Rädern, die ihren unverwechselbaren Charm in den vergangenen mehr als 100 Jahren nicht eingebüßt haben.

Ich bin zwar kein Auto-Fan, aber der nostalgisierte Blick zurück in meine Kindheit und Jugend, als Automobile noch geradezu erotisierte Kurven hatten, meist mehr Töff-Töff- und Brumm-Brumm-Assoziationen  weckten oder einfach mit technische Ästhetik und begreifbarer Technik zum Anfassen begeisterten, lässt mich zwar immer noch nicht begierig nach stinkenden und ungesunden Auspuffgasen schnuppern oder von Tempo-Vollrausch („mit 80 Sachen in die Kurve“) tagträumen; aber der historische Part des Braunschweiger Autofrühlings bietet mir immer wieder Motive meiner Fotografie. Hier zunächst einige Bilder, die mit meiner digitalen Mini-Kamera, der Sony DSC-QX 10 (und natürlich anschießend der Gestaltung am Computer entstanden:

Eine Rarität, die zeigt, dass von Elektromotoren angetriebene Autos, bekanntlich DAS angesagte Thema der Automobilindustrie des 21. Jahrhunderts, bereits vor knapp 100 Jahren und bis Anfang der 1960 Jahren aufg unseren Straßen unterwegs waren: BD Energy präsentierte den historischen Kleinlaster EM3, der 1924 in der Hannoverschen Waggon-Fabrik (HAWA) gebaut wurde.

 

Das Elektrofahrzeug HAWA EM3 war noch bis 1961 bei Wartungsarbeiten des Stromnetzes im Einsatz. Für seine rasante Höchstgeschwindigkeit von sagenhaften 25 km/h sorgte der 1 PS starke Gleichstrommotor, gespeist aus einer Bleibatterie mit 40 Volt und 120 Ah. Das reichte für eine Strecke von 70 km.

 

Eine automobile Schönheit mit roten Akzenten: Der DKW F7 aus dem Jahr 1938. Technisches Detail: Ein wassergekühlter 700 Kubikzentimeter-Zweizylinder-Motor mit respektablen 30 PS.

 

Zwar gab es im Original der Burg Dankwarode und zu Bauzeiten des Braunschweiger Doms noch keine Autos;, und der Burglöwe dürfte sich furchtbar erschreckt haben, als die ersten Blechkutschen um ihn herum kurvten aber irgendwie passen die „Schnauferl“ doch optisch wunderbar in diese Kulisse.

 

Sicherheit und Schönheit – das müssen keine Gegensätze sein: Ein Musterbeispiel parkte beim Braunschweiger Autofrühling glein neben der Burg Dankwarderode auf dem Burgplatz (im Hintergrund Dom und Rathaus) Der „<Buckelvolvo“ (Volvo 544) galt und gilt als robust und „unkaputtbar“, – mit „eingebauter Lebensversicherung“ (bereits 1958 mit Dreipunktgurt.. Die Schönheit aus Göteburg ist immer noch Musterbeispiel für zeitloses Design .

 

 

Der „Barockengel“ darf bei keiner istorischen Automobilschau fehlen – auch er ein klassisches Oberklassen-Produkt der 1950er Jahre. Der BMW 301 ist nac wie vor mehr als „nur“ ein Auto: Er repräsentiert ohne zu protzen Reichtum und Macht.

 

Namensgeber dieses Prototyps US-amerikanischer Lebensart war ein Franzose: Antoine Laumet de la Mothge, seines Zeichens „Sieur de Cadillac“, hatte im Jahr 1701 die Stadt Dteroit im StaateMichigan gegründet. Ein Mamager von Henry Ford, Henry Martyn Leland gründete gut 200 Jahre später, genauer im August 1902 in Detroit die Cadillac Motor Company.

 

 

US-Amerikaner schwärmen nicht selten für alles, was mit europäischem Adel zu tun hat. Was lag da näher, als dem Straßenkreuzer Cadillac als Emblem das Familienwappen des Namensgebers, eines Franzosen namens Antoine de la Mothe Cadillac,, der Anfang des 18. Jahrhunderts die spätere Automobilstadt Detroit gegründet hatte – übrigens ein Phantasiewappen.: Besagter „Sieur de Cadillac“ war keineswegs ein Adliger. Der Abenteurer wurde als Sohn französischer Bauern geboren. Über dem gefakten Adelswappen lugt die Kult-Kühlerfigur der Firma: Die „Flying Godness“, die fliegende Göttin. Angefangen mit den Verzierungen der -Karossen, die (gewollt) an die Galionsfiguren grooßer Segelschiffe erinnern sollten . Zum stolzen Windjammer gehörte die große Holzfigur am Bug des Schiffes. Als erste Automobilschmiede kam Rolls Royce auf die geniale Marketing-Idee, eine kleine Galionsfigur vorne auf den Kühlergrill zu montieren: Die „Spirit of Exstacy“ (Geist der Exstase)

Text und Fotos: ©  2017 Jos van Aken

 

Nobler Farbfilm-Schatz ein
Stündchen in ordinärem Rodinal

Ich bin alles andere als ein Held. Wenn überhaupt, dann könnte ich mich bestenfalls in der Rolle des Antihelden sehen – weniger schmeichelhaft gesagt: Ich bin zuweilen ein elender „Schisser“. Aber heute habe ich doch eine klitzekleine Stufe auf der Treppe zum „Helden“ erklommen. Kurz: Ich habe „es“ getan.

Was? Das Ergebnis – vorweg – seht ihr hier. Ich hatte seit Tagen gegrübelt, recherchiert, Pro und Contra erwogen (und beides immer wieder verworfen). Es ging um die nicht ganz unwesentliche Frage: Was fange ich mit den wunderbaren, seit Jahren abgelaufenen Farbdia-Rollfilmen (AGFA RSX-II ) an, die ich mit meiner Mamiya RB67 geschenkt bekommen hatte? Na klar: Fotografieren. Ich füttere seitdem immer wieder mal die 67er-Magazine meiner „biug fat Mami“ und auch meine „kleine“ Mamiya 645 1000 S mit dem edlem Zelluloid.

„Nobler Farbfilm-Schatz ein
Stündchen in ordinärem Rodinal“
weiterlesen

Rheinländer – und bekennender
Narr wider Willen im Ruhestand

Manches hängt uns fast ein Leben land an wie Pattex: Mir zum Beispiuel unter anderem meine Herkunft. Ja, es stimmt:Ich bin am Niederrhein geboren und habe dort – da, wo der Niederrhein nicht niederer sein kann – meine Kindheit und Jugend verbracht. Macht ja nix  – es kann einem schlimmeres widerfahren. Nur habe ich, Jahrzehnte später, erfahren, dass der Zufall des Geburtsorts auch zum Fluch werden kann. Mein Arbeitgeber seit Ende der 1980er Jahre, der Norddeutsche Rundfunk (NDR), kam nämlich auf die glorreiche Idee, dass diese als solche nicht sonderlich karnevalistisch behaftete öffentlich-rechtliche Anstalt den seit 1985 stattfindenden Karnevalsumzug (mittlerweile Schoduvel genannt) mit einem eigenen Festwagen eigenwerbend nutzen könnte.

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob Braunschweig wirklich eine authentische „Karnevalshochburg“ ist. Ich persönlich neige zu der Ansicht: Nein. Natürlich gab es – wie fast überall im heutigen Deutschland – auch im mittelalterlichen Braunschweig ein munteres, ausschweifendes Narrentreiben – unter anderem mit den Figuren des Erbsbären und dem Schoduvel (auf hochdeutsch etwa „Scheuchteufel“), die in einem Umzug durch die Stadt symbolisch und stellvertretende für den Winter vertrieben wurden.

„Rheinländer – und bekennender
Narr wider Willen im Ruhestand“
weiterlesen