noch ’n herbst – gar nicht kunterbunt

Ja, ich mag ihn auch: den viel besungenen Herbst mit seiner Farben-Schönheit der verwesenden Blätter der Bäume und ihrem unverwechselbaren Duft. Andererseits bin ich davon überzeugt, dass ich und meine Kameras es nicht kunterbunt treiben müssen.

Ich habe deshalb ganz bewusst einige meiner liebsten Bäume – von der Süntelbuche im Botanischen Garten über die knorrige krumme Buche im Theaterpark bis hin zu dem mit ihrem leuchtenden Gelb protzenden Ginkgo-Bäumen am Ruhfäutchenplatz und ein paar Schritte weiter im Innenhof des Veltheimschen und Hornebostelschen Haus am Burgplatz – in all ihren Grautönen auf Schwarzweißfilm zu bannen – ach ja: Der Ahorn vor unserem Fenster durfte auch mitmachen.

(Zum Vergrößern in die Bilder klicken)

Text & Fotos: Jos van Aken

Ziemlich passend dazu eines meiner liebsten Herbstgedichte: von Rainer Maria Rilke

Herbststimmung

Die Luft ist lau, wie in dem Sterbezimmer,
an dessen Türe schon der Tod steht still;
auf nassen Dächern liegt ein blasser Schimmer,
wie der der Kerze, die verlöschen will.

Das Regenwasser röchelt in den Rinnen,
der matte Wind hält Blätterleichenschau; –
und wie ein Schwarm gescheuchter Bekassinen
ziehn bang die kleinen Wolken durch das Grau.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Ein bisschen Herbst
– gab es dann doch noch

Mit den Jahreszeiten und ihren obligatorischen Erscheinungsformen war es ja 2017 so ’ne Sache für sich; warten wir ab, ob und was der Winter uns noch so bringt. Aber vorher habe ich noch rasch versucht, den Herbst in einigen Bildern festzuhalten. Alle Bilder mit der Mamiya rb67. Zum Vergrößern die Bilder in der Galerie anklicken

Text & Bilder ©  2017 Jos van Aken

Grau am Dowesee – passt

Endlich mal „stimmt“ das Wetter. Anfang November hat das jahreszeitliche Herbst-Grau  sich pünktlich an seine Pflicht erinnert und vertreibt die letzten spärlichen Reste des angeblich „Goldenen“ Oktobers; der hatte sich ja eher spärlich gezeigt.

Wie auch immer: Der Volksmünder behaupten ja, jede Jahreszeit hätte ihre schönen Seiten. Als notorisch skeptischer Mensch schau ich da doch mal lieber persönlich nach  – und tatsächlich: Der November graut so vor sich her, dass es eine wahre Pracht ist – eine ziemlich graue, aber Pracht bleibt Pracht.

Die Beweisfotos habe ich übrigens im Schul- und Bürgergarten am Dowesee mit einer klassischen Kamera gemacht: Der rund 50 Jahre alten, rein mechanisch und auf Film speichernden Rolleiflex 2.8. Für Freunde der sogenannten analogen Fotografie: Zum Einsatz kam ein Rollfilm der Firma Ilford, der FP4 plus. (Bilder größer anschauen? Einfach anklicken)

Text & Fotos:© 2017 Jos van Aken

Ein Loch ist genug –
und manchmal auch der Anfang …

„Alles schon mal da gewesen“ – die „Pinhole“-Fotografie, die bei gestaltungs- und experimentierfreudigen Bildermachern gerade (mal wieder) unter mannigfachen Aspekten eine sowohl farbige als auch mit Grautönen gestaltende Renaissance vor allem in der Fotografie mit und auf Film erfährt, ist an sich ein Uralt-Hut (einer mit Loch).

Typisches Pinhole-Bild: Eingang zum Inselwall in Braunschweig. Kamera: Umgebaute Box-Kameraera Agfa Clack (Anfang der 1950er Jahre) Die simple Meniskus-Linse des Objektivs mit der Brennweite mit etwa 100 mm Brennweite bei einem Film(Negativ)Formal von 6×9 cm habe ich ausgebaut und durch eine Lochblende von 0,3 mm ersetzt. Das ergibt rechnerisch eine Blendenöffnung von 240 – daher die weiträumige Tiefenschärfe.

Fast die gleiche Perspektive auf das Tor zum Inselwall – diesmal mit einer Profi-Mittelformatkamera Baujahr 1974, der einäugigen Spiegelreflex Mamiya rb67 mit einem hochwertigen Weitwinkel-Objektiv (Sekor 4,5/50), abgeblendet auf Blendenöffnung 11.

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und manchmal auch der Anfang …“
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Endlich wieder Outdoor – und gleich
mal kurz in Kirschblüten gesuhlt

Endlich wieder draußen: Sonne, Wolken, Wind, ein paar Regentropfen machen Kopf und Gemüt wieder frei. Geschafft hat es die Kirschblüte auf einem kleinen Spielplatz, die ich seit Tagen vom Fenster aus bewundere, mich aus meinem nicht gerade freiwilligen, aber eben doch selbstgewählten krankheitsbedingte „Wohnungsarrest“ befreite. Der kurze Ausflug hat sich gelohnt. Aber seht selbst:

Location: Kriemhildstraße, Braunschweig-Siegfriedviertel
Text & Fotos © 2017 jos van aken