bye bye Burgpassage – und dann…
gab’s doch noch eine kleine „Gnadenfrist“

Totgesagte leben ja bekanntlich länger. Das trifft offensichtlich auch auf Braunschweigs wohl bekannteste klassische Shopping-Mall zu: Die 1983 als so eine Art „non plus ultra“ der Umsatz maximierenden Kauf-Lust eröffnete und nach wie vor bei Bürgern und Besucher der zweitgrößten Stadt Niedersachsens beliebte „Burgpassage“ sollte eigentlich ab dem heutigen 1. Juli schließen – um dann, ohne Glasdach, 1920  als „Burg-Gasse“ als eine Art Phönix aus der Asche wiedergeboren zu werden. Mittlerweile wurde berichtet, dass die „alte“ Burgpassage noch eine kleine Gnadenfrist bekam – imd damit auch die wenigen noch verbliebenen Geschäfte.

Ich habe den zunächst angekündigten letzten Burgpassage-Sonnabend genutzt, ganz im Stil und mit den Mitteln der ersten Jahre der Mall in den 80er Jahren einige letzte Impressionen der nach wie vor beliebten Passage einzufangen – mit einer Kamera aus jener Zeit, einer Mittelformatkamera im Negativ-Format 6×7. der Mamiya rb 67 (einer der Klassiker jener Jahre) – und natürlich in Schwarzweiß auf Film, ganz ohne Elektronik oder gar digitaler Ausrüstung.

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Text und Bild © 2018 Jos van Aken

 

Rin inne Passage – raus ausse Passage

Als mich 1980 nach einigen Umwegen über das Ruhrgebiet und Süddeutschland mein Beruf als damals Tageszeitungsredakteur nach Niedersachsen führte, hatte ich mich meinem Arbeitgeber, dem Verlag der „Braunschweiger Zeitung“ – nein, nicht in der Burgpassage – vorgestellt; damals residierten die Redaktionen noch unter der Adresse „Hutfiltern“, und weiter hinten, zur Schuhstraße hin klapperten die Linotype-Setzmaschinen und rumpelte die mächtige Rotation.

Aber ein Jahr später war dieses Stück Braunschweiger Mediengeschichte bereits – Geschichte: Die Braunschweiger Zeitung zog um in das Pressehaus an der Hamburger Straße. Zwischen Hutfiltern und Schuhstraße entstand in den Jahren 1981 bis 1983 die „Burgpassage“.

Was damals mit der futuristisch anmutenden Glasdach-Konstruktion und der Vielfalt der Einzelhandelsgeschäfte, Arztpraxen und Restaurants als wegweisend in der Entwicklung der Großstädte galt, hat a morgen keinen Bestand mehr. Am 1. Juli beginnt der Umbau: Die Burgpassage verschwindet samt Glasdach, und für 90 Millionen Euro entsteht – eine Gasse, die Burg-Gasse (traditionsbewusste Braunschweiger hätten ja lieber eine im Namen an das Mittelalter erinnernde „Burg-Twete“ gehabt.

Für mich persönlich bedeutet die Burgpassage viel: Vor gut 30 Jahren lernte ich dort meine Frau kennen und lieben  Wie auch immer man zur „alten“ Passage stehen mag – es gibt viele Gründe, sich dort wenige Tage vor dem Abriss mal mit der Kamera einige Impressionen der „alten“ Burgpassage einzufangen.

 

Buskers – Braunschweigs Straßenmusik-Fest

Sie gehören in jeder Stadt zum Straßenleben: Musiker in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen der Innenstädte. Eine geballte Ladung Straßenmusik bietet Braunschweig an diesem Wohenende: Das Straßenmusik-Festival „Buskers“ (das englische Wort für Straßenmusiker). Auf allen Plätzen und Straßen der Innenstadt machten Braunschweiger und ihre Gäste aus der Region Bekanntschaft mit bekannten und (noch) weniger bekannten Straßenmusiker aus (fast) aller Welt.

Ich bin am ersten Tag des Busker-Festivals mal durch die Stadt gerollt und habe einige fotografische Impressionen gesammelt (Zum Vergrößern die Bilder der Galerie anklicken)

Text und Fotos © 2018 Jos van Aken

Automobil-Ikonen –
mal wuchtig, mal rasant

Reichlich Pferdestärken und entsprechende Kraft haben beide Attraktionen, die in diesem Jahr Besucher zum „Autofrühling“ nach Braunschweig lockten. Neben Präsentationen der neusten Blechkutschen, mit denen die Autohändler der Region an ihren Ständen in der Innenstadt um Kunden warben hab es wieder zwei historische Schwerpunkte: In diesem Jahr gab es historische Lastwagen der Braunschweiger Firma Büssing auf dem Platz vor dem Braunschweiger Shopping-Schloss und eine gute Handvoll geballte PS-Potenz aus Zuffenhausen in unverwechselbarer Blechschönheit auf dem Burgplatz unter dem Braunschweiger Löwen: Porsche-Freunde zeigten einige ihrer rasanten Statussymbole – auch für eher weniger dem Geschwindigkeitsrausch verfallene Menschen wie mich jedenfalls ein Augenschmaus.

Hier erst einmal einige Impressionen auf Schwarzweiß-Film, eingefangen  mit einer ebenfalls historischen Kamera, der Rolleiflex 3003: 

Die für die Schwarz-Weiß-Aufnahmen eingesetzte Rolleiflex 3003, eine „einäugige“ Kleinbild-Spiegelreflex-Kamera aus den frühen 1980 Jahren, war den letzte, leider erfolglose Versuch der Braunschweiger Traditionsfirma Rollei, doch noch wieder Fuß zu fassen auf dem längst von japanischen Firmen eroberten Kamera-Weltmarkt. Die Rolleiflex 3003 war das Nachfolgemodell der technisch noch nicht ausgereiften Rolleiflex SL 2000 F.

Der bekannte Rollei-Ingenieur Heinz Waaske hatte das innovative Kameramodell, das mit Wechsel-Filmmagazinen, integrierten Lichtschacht und „Fernrohr“-Suchern und schnellem (3 Bilder/Sekunde) eingebauten motorischen Filmtransport seinerzeit als geradezu revolutionär auf der „photokina“-Ausstellung in Köln von der Fachwelt gefeiert wurde, entwickelt. Der kommerzielle Erfolg blieb letztlich aus: Lediglich 4.800 Exemplare der „SL 2000 F“ wurden produziert; das hier von mir eingesetzte technisch ausgereifte Nachfolgemodell Rolleiflex 3003 brachte es bis 1994 nur noch auf knapp 2.800 Exemplare.

Und hier noch einige Fotos auf Farbfilm vom diesjährigen Autofrühling: Die habe ich mit dem bekannteren Braunschweiger Kamera-Klassiker aus dem Hause Franke und Heidecke, der zweiäugigen Spiegelreflex-Kamera Rolleiflex 2,8 F, einer Kamera für die klassische Fotografie auf Mittelformat-Rollfilme (6×6 cm) aufgenommen. Wenn ich mit dieser Kamera aus den 1960er Jahren unterwegs bin, muss ich zumindest in Braunschweig grundsätzlich einige Zeit mehr einplanen:

Vor allem bei den Aufnahmen der Braunschweiger Brummi-Legenden von Büssing freuten sich viele bekennende Lokal-Patrioten darüber, dass diese alten „rollenden Braunschweiger“  mit einer alten Kamera, die  der Braunschweiger „Kamera-Schmiede“ Franke & Heidecke einst Weltruhm einbrachte, auf Film festgehalten wurde – eben der Rolleiflex mit den unverwechselbaren zwei Objektiv-Augen.



Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

Masch – meine „favorites“

Das Thema „Kirmes | Masch“ habe ich jetzt um zwei Farb-Variationen erweitert. Dafür boten sich mir thematisch zwei Motive an: Der längst zum „Rummel-Klassiker“ gewordene „Break-Dancer“ – und natürlich das Remake des Dampf-Riesenrads. Letzteres hatte in der von mir persönlich bevorzugten Schwarz-Weiss-Gestaltung das Missfallen eines Facebook-Nutzers provoziert (er blieb einsam und allein auf weiter Community-Flur. Die jetzthier und auf Facebook gezeigte Farbaufnahme entstand übrigens zeitgleich mit dem Bild in Graustufen (dank Wechselmagazinen an der klassischen Mittelformat-Kamera „Mamiya rb67“); der Film wurde aber erst jetzt entwickelt.

Die auf Farbnegativ-Film fotografierte Aufnahme des „Breal Dancer“-Motivs schrie geradezu nach einer Weiterverarbeitung in einem Farb-Stil, das an die frühen 1960er Jahre oder  auch Bilder aus Las Vegas erinnert. Ergänzt habe ich die Serie mit Schwarz-Weiss-Motiven von Fahrgeschäft-Begeisterten im Break Dancer und dem nach wie vor beliebten Auto-Scooter; außerdem noch einmal einige Bilder aus der Serie „Propeller“.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aaken-Maas

Für den Breakdancer bin ich definitiv zu alt – für das Dampfriesenrad wohl leider auch