Abschied vom Weihnachts-„Schloss“

Man kann ja vom sogenannten Braunschweiger „Residenzschloss“, das nach dem Bau einer Kopie eine merkwürdige Mischung aus Verwaltungsdependence der Stadt und Einkaufszentrum ist, ja halten, was man auch immer darin sehen mag – in der Weihnachtszeit streiten sich die Braunschweiger allenfalls darüber, ob der Weihnachtsbaum auf dem Platz vor dem ECE nun im vorigen Jahr, größer oder grüner war – oder ab überhaupt früher mehr Lametta war (Loriot läßt grüßen).

Bevor traditionell nach dem Dreikönigstag endgültig das Festgemüse  verschwindet, habe ich die Chance genutzt, den festlich und umsatzfördernde herausgeputzten Platz in seiner Postkarten-Pracht festzuhalten – und weils nachts bekanntlich nicht nur kälter ist als draußen, sondern auch ein echter Katalysator in Sachen Sentimentalität, habe ich mich für meine Schlussbilder der Saison in dunkler Nacht mit meiner Kamera auf den Schlossplatz gestellt. Hier die ersten Bilder meiner  kleinen Serie: Braunschweiger stilles leuchtendes Nachtleben.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

4 Wochen Weihnachtsmarkt:
Eine kleine Bilanz in Bildern

Es war ja abzusehen – und wie üblich angekündigt: Alles Schöne hat mal ein Ende – auch der Weihnachtsmarkt. Nach einem ganzen Monat (vom 29. November bis zum 29. Dezember 2017 bei nur zwei Ruhetagen) haben die Kunsthandwerker und Händler ihre Sachen gepackt und mehr oder weniger geduldig auf den nächsten Weihnachtsmarkt rund um den Dom St. Blasii und auf dem Rathausvorplatz. Zeit für mich, noch einmal eine bildliche Bilanz meiner (nicht mehr ganz so häufigen, verglichen mit früheren Jahren) Besuchen des Trubels: Einige wenige neue Bilder sind noch hinzu gekommen – ansonsten hier Momentaufnahmen im Überblick als Galerie. (zum Anklicken auf die Bilder klicken).

Text & Bilder © 2017 Jos van Aken

Und täglich grüßt(e) …
… der Weihnachtsmarkt

Irgendwann reicht es ja eigentlich jedem Rentier mit rotem Schnüffel, von Weihnachtsmännern und -frauen mit überstrapazierten Krummrücken und Plattfüßen nach zahllosen. endlosen  Gaben-Gängen treppauf, treppab mal ganz zu schweigen. Aber für die wenigen, die einfach den weihnachtsseligen Hals immer noch nicht voll bekommen mit Glühwein & Co gibt es heute (und nächste Tage) doch noch einige Impressionen vom Braunschweiger Weihnachtsmarkt, der gestern erst mal wieder dicht machte.

Der Grund für die späten Fotos: Mittlerweile fotografiere ich fast nur noch (wieder) mit meinen „analogen“ alten mit Film bestückten Kameras. Und die Roll- und Kleinbildfilme aus den historischen, gut 40 Jahre alten Kameras müssen ja – anders als die heutigen digitalen Speichermedien – erst mal entwickelt werden, um die gelungenen Bilder dann weiter verarbeiten zu können.

Zwei Filme warten noch geduldig darauf, sich in wohltemperierte Entwickler- und Fixierpampe stürzen zu dürfen. Spätestens nächste Woche gibt es also dann die vorerst letzten Bilder vom Weihnachtsmarkt.

Text & Bilder: © 2017 Jos van Aken

Das war’s erstmal – Pause
für den Weihnachtsmarkt

So, jetzt ist erst mal Schluss mit lustig, mit Gedränge und mehr oder weniger passenden Klängen, mit wabernden Feuerzangen-, Glühwein- und meisterlich gebrannten Mandel-Düften. Die Taschendiebe haben ein paar Tage wohlverdienten Urlaub, und wer am morgigen Heiligabend  noch schnell das schon wieder mal verpeilte Geschenk bei der Kunstgewerbe-Bude seines Vertrauens für die Herzallerliebste raffen will, um den gern beschworenen Weihnachtsfrieden eventuell doch noch zu retten, (angeblich eine Spezialität der Spezies „Mann“ – nicht der Weihnachtsfrieden, sondern die Geschenke-Prokrastination), dem ist eines sicher: Ein schief hängender Haussegen: Wer morgen, kurz vor der traditionellen Bescherung,  mit freudiger Erwartung auf den Braunschweiger Weihnachtsmarkt rund um den Braunschweiger Dom strömt, muss mit leeren Händen wieder von dannen ziehen.

Den Braunschweiger Weihnachtsmarkt darf man seit jeher nämlich nicht wortwörtlich nehmen; hier gibt es seit Jahren ist nämlich ein Vor- und Nachweihnachtsmarkt. AlAm morgigen Heiligabend und am ersten Weihnachtstag ist hier Weihnachtsruhe.

Mehr oder weniger bekennende Jingle-Bell- und Last Christmas-Süchtige haben dann aber am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag noch einmal Gelegenheit, sich ganz besondere Atmosphäre des Braunschweiger Weihnachtsmarkts rund um den Dom und auf dem Rathausvorplatz zu gönnen.

Text und Fotos: © 2017 Jos van Aken

 

Vorweihnachtszauber, mit den
zwei Augen der Rolleiflex gesehen

Am Wochenende mache ich – auch bei erträglichem Wetter wie heute – einen großen Bogen um den Weihnachtsmarkt: Das Gedränge ist mir nun doch zu bedrohlich (außerdem habe ich aus meiner Rollstuhl-Perspektive kaum eine Chance, auch nur einen Blick auf das Gebotene zu erhaschen). Aber gestern war ich doch mal wieder da – diesmal mit einer längst historischen Kamera: der legendären „Zweiäugigen“ Mittelformat-Kamera Rolleiflex 2.8F aus den 1970er Jahren.

Die dürfte eines der bekanntesten Produkte aus dem Hause Franke & Heidecke an der Salzdahlumer Straße in Braunschweig sein. Viele Braunschweiger sind nach wie absolute Fans dieser leider letzten „Kameraschmiede“. Die Kamera hat auch nach fast einem halben Jahrhundert ihren ganz besonderen Reiz.

Kommunikative „Nebenwirkungen“ alter Technik

Sie hat nur einen „Nachteil“ (der natürlich keiner ist). Wenn ich mit der unübersehbaren Rollei unterwegs bin, komme ich meist kaum zum fotografieren – weil ich immer wieder von Menschen angesprochen werde, die mit leuchtenden Augen (wie ich selbst  einst als junger Bengel als ich in meiner Hemat, dem unteren Niederrhein, meine erste Rollei, eine Rolleicord Va auf dem weihnachtlichen Gabentisch fand) diese klassische Mittelformat-Kamera, mit der auf 120er Rollfilm im Negativformat 6×6 fotografiert wird, sorgfältig „komponiert“ mit Hilfe des großen Lichtschachtsuchers (waist level finder), der unter anderem den Vorzug einer eher ungewohnten Sichtweise mit sich bringt.

Sagen wir so: Wer in nder Heimatstadt dieser weltberühmten Kameras unterwegs ist mit solch einem Prachtstück, der  wird nicht nur mit den ganz typischen Bildern im quadratischen Rolleiformat belohnt, man lernt (nicht nur in Braunschweig) garantiert viele begeisterte Foto-Enthusiasten kennen, die sich freuen, in unserer sonst eher digitalisierten Welt wieder einmal einem Meisterwerk unserer fotomechanischen Welt zu begegnen.

© 2017 Jos van Aken