Buskers – Braunschweigs Straßenmusik-Fest

Sie gehören in jeder Stadt zum Straßenleben: Musiker in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen der Innenstädte. Eine geballte Ladung Straßenmusik bietet Braunschweig an diesem Wohenende: Das Straßenmusik-Festival „Buskers“ (das englische Wort für Straßenmusiker). Auf allen Plätzen und Straßen der Innenstadt machten Braunschweiger und ihre Gäste aus der Region Bekanntschaft mit bekannten und (noch) weniger bekannten Straßenmusiker aus (fast) aller Welt.

Ich bin am ersten Tag des Busker-Festivals mal durch die Stadt gerollt und habe einige fotografische Impressionen gesammelt (Zum Vergrößern die Bilder der Galerie anklicken)

Text und Fotos © 2018 Jos van Aken

Automobil-Ikonen –
mal wuchtig, mal rasant

Reichlich Pferdestärken und entsprechende Kraft haben beide Attraktionen, die in diesem Jahr Besucher zum „Autofrühling“ nach Braunschweig lockten. Neben Präsentationen der neusten Blechkutschen, mit denen die Autohändler der Region an ihren Ständen in der Innenstadt um Kunden warben hab es wieder zwei historische Schwerpunkte: In diesem Jahr gab es historische Lastwagen der Braunschweiger Firma Büssing auf dem Platz vor dem Braunschweiger Shopping-Schloss und eine gute Handvoll geballte PS-Potenz aus Zuffenhausen in unverwechselbarer Blechschönheit auf dem Burgplatz unter dem Braunschweiger Löwen: Porsche-Freunde zeigten einige ihrer rasanten Statussymbole – auch für eher weniger dem Geschwindigkeitsrausch verfallene Menschen wie mich jedenfalls ein Augenschmaus.

Hier erst einmal einige Impressionen auf Schwarzweiß-Film, eingefangen  mit einer ebenfalls historischen Kamera, der Rolleiflex 3003: 

Die für die Schwarz-Weiß-Aufnahmen eingesetzte Rolleiflex 3003, eine „einäugige“ Kleinbild-Spiegelreflex-Kamera aus den frühen 1980 Jahren, war den letzte, leider erfolglose Versuch der Braunschweiger Traditionsfirma Rollei, doch noch wieder Fuß zu fassen auf dem längst von japanischen Firmen eroberten Kamera-Weltmarkt. Die Rolleiflex 3003 war das Nachfolgemodell der technisch noch nicht ausgereiften Rolleiflex SL 2000 F.

Der bekannte Rollei-Ingenieur Heinz Waaske hatte das innovative Kameramodell, das mit Wechsel-Filmmagazinen, integrierten Lichtschacht und „Fernrohr“-Suchern und schnellem (3 Bilder/Sekunde) eingebauten motorischen Filmtransport seinerzeit als geradezu revolutionär auf der „photokina“-Ausstellung in Köln von der Fachwelt gefeiert wurde, entwickelt. Der kommerzielle Erfolg blieb letztlich aus: Lediglich 4.800 Exemplare der „SL 2000 F“ wurden produziert; das hier von mir eingesetzte technisch ausgereifte Nachfolgemodell Rolleiflex 3003 brachte es bis 1994 nur noch auf knapp 2.800 Exemplare.

Und hier noch einige Fotos auf Farbfilm vom diesjährigen Autofrühling: Die habe ich mit dem bekannteren Braunschweiger Kamera-Klassiker aus dem Hause Franke und Heidecke, der zweiäugigen Spiegelreflex-Kamera Rolleiflex 2,8 F, einer Kamera für die klassische Fotografie auf Mittelformat-Rollfilme (6×6 cm) aufgenommen. Wenn ich mit dieser Kamera aus den 1960er Jahren unterwegs bin, muss ich zumindest in Braunschweig grundsätzlich einige Zeit mehr einplanen:

Vor allem bei den Aufnahmen der Braunschweiger Brummi-Legenden von Büssing freuten sich viele bekennende Lokal-Patrioten darüber, dass diese alten „rollenden Braunschweiger“  mit einer alten Kamera, die  der Braunschweiger „Kamera-Schmiede“ Franke & Heidecke einst Weltruhm einbrachte, auf Film festgehalten wurde – eben der Rolleiflex mit den unverwechselbaren zwei Objektiv-Augen.



Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

Masch – meine „favorites“

Das Thema „Kirmes | Masch“ habe ich jetzt um zwei Farb-Variationen erweitert. Dafür boten sich mir thematisch zwei Motive an: Der längst zum „Rummel-Klassiker“ gewordene „Break-Dancer“ – und natürlich das Remake des Dampf-Riesenrads. Letzteres hatte in der von mir persönlich bevorzugten Schwarz-Weiss-Gestaltung das Missfallen eines Facebook-Nutzers provoziert (er blieb einsam und allein auf weiter Community-Flur. Die jetzthier und auf Facebook gezeigte Farbaufnahme entstand übrigens zeitgleich mit dem Bild in Graustufen (dank Wechselmagazinen an der klassischen Mittelformat-Kamera „Mamiya rb67“); der Film wurde aber erst jetzt entwickelt.

Die auf Farbnegativ-Film fotografierte Aufnahme des „Breal Dancer“-Motivs schrie geradezu nach einer Weiterverarbeitung in einem Farb-Stil, das an die frühen 1960er Jahre oder  auch Bilder aus Las Vegas erinnert. Ergänzt habe ich die Serie mit Schwarz-Weiss-Motiven von Fahrgeschäft-Begeisterten im Break Dancer und dem nach wie vor beliebten Auto-Scooter; außerdem noch einmal einige Bilder aus der Serie „Propeller“.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aaken-Maas

Für den Breakdancer bin ich definitiv zu alt – für das Dampfriesenrad wohl leider auch

Propeller, Breakdancer – oder doch
in den guten alten Scooter ?

Ganz ehrlich? Ich bin schon seit Jahrzehnten nicht (mehr) der schmerz- und schwindelfreie Rummel-Fan. Und selbst die traditionelle Frühjahrs-„Masch“, die Frühjahrsmesse auf dem Braunschweiger Schützenplatz an der Hamburger Straße, kann mich eher weniger reizen – anders als die „Kirmes“ meiner Kindertage am unteren Niederrhein, die für mich ein absolutes „Muss“ war. Aber am Sonntag galt es wieder einmal, eine klassische Kamera, die Rollei-Kleinbild-kamera Rolleiflex 3003, zu testen. Bis zur Masch ist es nicht weit, und das Wetter war mit strahlendem Sonnenschein plus Schönwetter-Gewölk optimal.

Nach meiner Rückkehr hatte sich meine seit langem abgeflaute Rummel-Lust nicht wiederbelebt; aber für einige reizvolle Fotomotive hatten die Schausteller dann doch gesorgt. Schauen Sie selbst. Hier zunächst Impressionen vom „Propeller“, einem rund 40 Meter hohen modernen Foltergerät, das aber (oder vielleicht deswegen) bei der Jugend offensichtlich der absolute „Burner“ ist:

Und hier noch einmal zwei Kirmes-Dauerbrenner: Der Breakdancer – und natürlich der gute alte Scooter:

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

Abschied vom Weihnachts-„Schloss“

Man kann ja vom sogenannten Braunschweiger „Residenzschloss“, das nach dem Bau einer Kopie eine merkwürdige Mischung aus Verwaltungsdependence der Stadt und Einkaufszentrum ist, ja halten, was man auch immer darin sehen mag – in der Weihnachtszeit streiten sich die Braunschweiger allenfalls darüber, ob der Weihnachtsbaum auf dem Platz vor dem ECE nun im vorigen Jahr, größer oder grüner war – oder ab überhaupt früher mehr Lametta war (Loriot läßt grüßen).

Bevor traditionell nach dem Dreikönigstag endgültig das Festgemüse  verschwindet, habe ich die Chance genutzt, den festlich und umsatzfördernde herausgeputzten Platz in seiner Postkarten-Pracht festzuhalten – und weils nachts bekanntlich nicht nur kälter ist als draußen, sondern auch ein echter Katalysator in Sachen Sentimentalität, habe ich mich für meine Schlussbilder der Saison in dunkler Nacht mit meiner Kamera auf den Schlossplatz gestellt. Hier die ersten Bilder meiner  kleinen Serie: Braunschweiger stilles leuchtendes Nachtleben.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken