Beton-Invasoren
– der netten Art

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Vor drei Jahren bevölkerten sie bereits schon einmal die Braunschweiger Innenstadt, machten nicht einmal vor dem Dom Halt, tanzten um Brunnen, nahmen auf dem altehrwürdigen Altstadtmarkt eine Dusche oder saßen einfach nur rum – Geschöpfe der Töpfermeisterin, Bildhauerin und Installationskünstlerin Christel Lechner aus Witten an der Ruhr. „Alltagsmenschen“ nennt die 69jährige  ihre Invasoren: Lebensgroße Skulpturen aus Beton und Polystyrol, einem Schaumstoff.

Jetzt sind sie Lechnerschen Kreaturen zurückgekehrt nach Braunschweig. Diesen Sommer über begegnen Passasnten ihnen (fast) überall in der Innenstadt. Hier erste Eindrücke:

Text & Bilder: Jos van Aken

Beton-Buddies – Teil 2

 

 

Schloss-Wächter & Bus-Beauty

Begegnungen mit Menscheen in „meiner“ Stadt – das sind immer besondere Momente, natürlich auch für den Fotografen. In den vergangenen Tagen sind mir zwei junge Passanten besonders aufgefallen:

Die junge Frau, die neben mir im Bus zur Stadt saß, fiel mir nict nur wegen ihrer Schönheit auf: Fasziniert war ich von der Ruhe, der Gelassenheit und Würde, die sie ausstrahlte.

 

 

Und dann war da noch der junge Mann, der  mit vielen anderen an der Treppe zum Braunschweiger Schlossmuseum das frühe Fast-Sommerwetter und den Blick auf die alten und neuen Karossen beim Braunschweiger Autofrühling genoss. Fast machte er den Eindruck als sei er der gestrenge Wächter vor den Toren des Braunschweiger Shopping-Castles. Mein persönlicher Eindruck: Er wollte sehen – und unbedingt gesehen werden. Beides gelang ihm. Und Zeit für den obligatorischen Blick ins Smartphone blieb auch noch.

 

Text & Foto:© 2017 Jos van Aken

Rheinländer – und bekennender
Narr wider Willen im Ruhestand

Manches hängt uns fast ein Leben land an wie Pattex: Mir zum Beispiuel unter anderem meine Herkunft. Ja, es stimmt:Ich bin am Niederrhein geboren und habe dort – da, wo der Niederrhein nicht niederer sein kann – meine Kindheit und Jugend verbracht. Macht ja nix  – es kann einem schlimmeres widerfahren. Nur habe ich, Jahrzehnte später, erfahren, dass der Zufall des Geburtsorts auch zum Fluch werden kann. Mein Arbeitgeber seit Ende der 1980er Jahre, der Norddeutsche Rundfunk (NDR), kam nämlich auf die glorreiche Idee, dass diese als solche nicht sonderlich karnevalistisch behaftete öffentlich-rechtliche Anstalt den seit 1985 stattfindenden Karnevalsumzug (mittlerweile Schoduvel genannt) mit einem eigenen Festwagen eigenwerbend nutzen könnte.

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob Braunschweig wirklich eine authentische „Karnevalshochburg“ ist. Ich persönlich neige zu der Ansicht: Nein. Natürlich gab es – wie fast überall im heutigen Deutschland – auch im mittelalterlichen Braunschweig ein munteres, ausschweifendes Narrentreiben – unter anderem mit den Figuren des Erbsbären und dem Schoduvel (auf hochdeutsch etwa „Scheuchteufel“), die in einem Umzug durch die Stadt symbolisch und stellvertretende für den Winter vertrieben wurden.

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Narr wider Willen im Ruhestand“
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ende für die edle
kunst des löwen-trunks

das war’s mal wieder. ein weiteres stückchen prosaischer alltatagskultur verschwindet: der kiosk „zu den zwei löwen“ am rande des erfurt-platzes im braunschweigerviertel heidberg. diese zufluchtsstätte für trinkfreudige menschen wird zurzeit abgerissen.

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