Zu Gast bei der alten Victoria Luise

Heute habe ich bei meiner kleinen Dreirad-Tour mal wieder einer alten Dame einen Besuch abgestattet: 183 Jährchen hat die Victoria Luise schon auf dem Buckel, richtiger auf dem Bock.

Ich habe nämlich nicht etwa die letzte Braunschweigische Herzogin gleichen Namens ge- und besucht, sondern die Bockwindmühle, die nach der Tochter des letzten deutschen Kaisers benannt wurde. Die starb 1980, und ein Jahr zuvor, hatte die Bürgerschaft Riddagshausen die Bockwindmühle von Remlingen nach Braunschweig „entführt“ und ihr den Namen der Witwe Ernst Augusts III. gegeben.

Die Mühle auf der Lünischhöhe bei Riddagshausen ist gerade mehr denn je ein lohnendes Ausflugsziel: Ein großer Wildblumenstreifen hinter der Victoria Luise blüht gerade, was der Sommer hergibt. Hier erste Impressionen:

Text und Bilder © 2018 Jos van Aken

Südsee – ganz ohne Aloha

Andere starten zur Kreuzfahrt auf großen Pötten in die Südsee. Mir reicht der Südsee in Braunschweig völlig – und ic h verpeste auf meinen Südsee-Trips auch nicht die Umwelt mit Tonnen und Abertolnnen von Schadstoffen aus dem Schornstein eines schwimmenden Hochhauses.

Ich tu‘ was für meine Gesundheit und trete in die Pedale meines Therapie-Dreirades – und damit ich solche für viele Parkinson-Patienten eher illusorischen Strecken von gut20 km schaffe, lasse ich mich beim Strampeln gern von einem Pedelec-Motörchen unterstützen.

Und meist finde ich auch einige Südsee-typische Fotomotive:

Text und Fotos: © 2018 Jos van Aken

Buskers – Braunschweigs Straßenmusik-Fest

Sie gehören in jeder Stadt zum Straßenleben: Musiker in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen der Innenstädte. Eine geballte Ladung Straßenmusik bietet Braunschweig an diesem Wohenende: Das Straßenmusik-Festival „Buskers“ (das englische Wort für Straßenmusiker). Auf allen Plätzen und Straßen der Innenstadt machten Braunschweiger und ihre Gäste aus der Region Bekanntschaft mit bekannten und (noch) weniger bekannten Straßenmusiker aus (fast) aller Welt.

Ich bin am ersten Tag des Busker-Festivals mal durch die Stadt gerollt und habe einige fotografische Impressionen gesammelt (Zum Vergrößern die Bilder der Galerie anklicken)

Text und Fotos © 2018 Jos van Aken

Tap Dance, Drehleier
und Röhrenspieß-Laute

Seit jeher müssen wir nicht unbedingt gleich in hochsubventionierte, aber alles andere als billige Weihestätten der Hochkultur pilgern, um musischen Genüssen zu frönen. Oft reicht auch der Einkaufs- oder sonstige Bummel durch die Fußgängerzonen und über die Marktplätze der Städte, um von einem Mini-Openair-Konzert zum nächsten zuschlendern, bei Gefallen zu verweilen – und hoffentlich einige Münzen als Honorar im Schüsselchen der Interpreten klimpern zu lassen. Straßenmusik war bekanntlich nicht selten die erste Sprosse auf der Erfolgsleiter zur ganz großen Karriere von Stars wie den Kellys, Rod Stewart oder Paul Simon.

Tapdance zu Evergreens auf zwei
mobilen Etagen

Vergleichen wir übrigens mal frevelhaft die unbestreitbaren Vorzüge der Live-Auftritte auf dem Asphalt und den Pflastersteinen der Kommerz-Malls einerseits und die der immerhin meist wetterfesteren Treffen zum kollektiven Kultur-Konsum in Theatern, besser bekannt als Husten-Häuser, oder Stadt- und sonstigen Hallen:

Die Genuss-Garantie bieten die mehr oder weniger sündhaft teuer erkauften geschlossenen Veranstaltungen ebenso wenig wie das den Straßenmusikern mehr oder weniger geneigte Ohr des Passanten – aber der Passant heißt nicht nur so: Er kann bei Misstönen genau das tun, was ihn als solchen ausmacht – er passiert den Ort des akustischen Geschehens, und das zum Nulltarif.

Nostalgie vor dem Kohlmarkt-Brunnen

Der (zumindest Halb-)Bildungsbürger wird sich mit einiger Wahrscheinlichkeit selbst bei einer von ihm so empfundenen Kakophonie gründlichst überlegen, ob er den Ort der Sinnes-Folter vorzeitig fluchtartig verlässt; hatte er doch sein sauer verdientes Geld an der Konzertkasse hingeben müssen – in der seligen Illusion und Hoffnung auf einen Sinnenrausch.

Wie auch immer: Straßenmusiker locken mich samt Equipment fast immer an wie die Motten das Licht – nicht etwa, weil ich wie einst Marlene Dietrich von Kopf bis Fuß auf (Musik-)Liebe eingestellt wäre. Mich reizt meist mehr die optische Darbietung der Straßen-Virtuosen.

Immer wieder zu erleben in der Braunschweiger Fußgängerzone: Ein chinesischer Erhu-Virtuose; dieses Streichinstrument gehört zu der Familie der Röhrenspieß-Lauten.

Text & Bilder:© 2018 Jos van Aaken-Maas

Masch – meine „favorites“

Das Thema „Kirmes | Masch“ habe ich jetzt um zwei Farb-Variationen erweitert. Dafür boten sich mir thematisch zwei Motive an: Der längst zum „Rummel-Klassiker“ gewordene „Break-Dancer“ – und natürlich das Remake des Dampf-Riesenrads. Letzteres hatte in der von mir persönlich bevorzugten Schwarz-Weiss-Gestaltung das Missfallen eines Facebook-Nutzers provoziert (er blieb einsam und allein auf weiter Community-Flur. Die jetzthier und auf Facebook gezeigte Farbaufnahme entstand übrigens zeitgleich mit dem Bild in Graustufen (dank Wechselmagazinen an der klassischen Mittelformat-Kamera „Mamiya rb67“); der Film wurde aber erst jetzt entwickelt.

Die auf Farbnegativ-Film fotografierte Aufnahme des „Breal Dancer“-Motivs schrie geradezu nach einer Weiterverarbeitung in einem Farb-Stil, das an die frühen 1960er Jahre oder  auch Bilder aus Las Vegas erinnert. Ergänzt habe ich die Serie mit Schwarz-Weiss-Motiven von Fahrgeschäft-Begeisterten im Break Dancer und dem nach wie vor beliebten Auto-Scooter; außerdem noch einmal einige Bilder aus der Serie „Propeller“.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aaken-Maas

Für den Breakdancer bin ich definitiv zu alt – für das Dampfriesenrad wohl leider auch