„Osterwetter“ – immer wieder überschätzt

Ostern – dazu gehört doch „Schön“Wetter wie es im Buche steht (in welchem auch immer). Ich meine ja, dass das Phänomen „Wetter“ immer wieder gnadenlos überschätzt wird – zumindest, wenn es um die Erwartungshaltung eines ganz bestimmten Wettertyps zu ganz bestimmten Anlässen geht:

Weiss, grün, indian

Beispiele? Gerne Weihnachten hat gefälligst so weiß zu sein, dass es nur so stöbert – schneegestöbert, um es auf den Punkt oder die Flocke zu bringen. Und der Herbst, zumindest der im Monat Oktober, ist selbstverständlich goldig oder wenigstens „indian“.

Und weil das so ist – oder so zu sein hat, da wundert es dann kaum, dass im Urlaub – je nach Vorlieben oder wann und wo gebucht – entweder Tiefschnee auf der Piste und in der Loipe  oder karibisch durchsonnte Strände uns fürs Bravsein  (und weil wir immer unsere Teller leer gelöffelt haben) uns zu belohnen hat..

Ja, aber was ist mit Ostern? Diesem aktuell angedrohten Event mitsamt den sowohl glöckchenbehangenen als auch umsatzsteigernden  Hasen und Eierschlacht-Orgien werden wir ja wohl kaum entgehen. Wettermäßig ist das  ja wohl zweifelsfrei der klare Fall für frühlinghafte schäfchenbewölkte frühe Sonnen-Badereien samt der dazu gehörigen gefühlten Gefühle – aber bitte nicht unter gefühlten 19 Grad Celsius oded 66 ° Fahrenheit oder 292° Kelvin. Wo kämen wir denn dahin, wenn ein widerborstiger Petrus uns mit von ihm eigenhändig geklöppelten Wetterkapriolen den an langen dunklen schweinekalten Wintertagen herbei gesehnten obligatorischen Osterspaziergang versauen würde.

Mein Tipp für unverbesserliche Bilderbuchwetter-Gläubige: Bringt den unvermeidlichen Osterspaziergang möglichst bereits am Samstag (für Nordlichter: Sonnabend) vor Ostern hinter euch. Wie ich nämlich aus zuverlässiger Quelle erfuhr, werden sich an den echten Ostertagen (die nennen sich kalendarisch deshalb auch Ostersonntag und Ostermontag) der wahrscheinlich mittlerweile ein nisschen demente Petrus zusammen mit seiner Gespielin aus jungen Jahren, einer gewissen Frau Holle, einen ihrer depperten Späßchen machen:

Wenn die Holle mit dem Petrus …

Das ebenso himmlische wie märchenhafte  Duo pfeift auf  das blaue Band, das der hoffnungslose Romantiker Eduard Mörike seit nun auch schon wieder 190 Jahren um der Poesie willen in seinem einschlägigen Gedicht durch die Lüfte flattern lässt, und beschert uns ohne jede Rücksicht auf mögliche österliche open air-Gelüste regenschauerliche Festtage – nicht auszuschließen, dass die übermütige Dame Holle sogar einige Schneeflöckchen dazu mischt.

Pfui, kann ich da nur sagen, Pfui.

Aber was soll’s. Als unverbesserlicher Optimist warte ich mitsamt fotografischer Ausrüstung auf diese oder jene nicht auszuschließende Aufheiterung (die Wolkenlücke respektive die Hoffnung darauf, stirbt bekanntlich zuletzt) und tröste mich ansonsten mit einem sehnsüchtigen Blick auf unsere mittlerweile auch wieder verblühende Osterdeko auf der Fensterbank.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

Sonne tanken
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