In Annemaries Garten: Alles im
grünen und blühenden Bereich

Eines der Highlights jeder Woche sind für uns neben familiären Besuchen zurzeit die Nachmittage im Garten unserer lieben Freundin Annemarie. Wie Besucher meiner Seiten längst gemerkt haben, „tanken“ wir dort immer wieder Kraft für Körper und Seele – Erholung pur, und das wenige Autominuten (oder ein knappes Fahrradstündchen) von unserem Zuhause entfernt. Und als Fotograf mit Bewegungseinschränkungen ist Annemaries Garten eine (fast) nie versagende Quelle für optische Leckerbisssen. Heute habe ich allerdings ein Bild in die Galerie geschmuggelt, das in einemanderen Garten und zu einer anderen Zeit enstanden ist. Wer findet den Fehler -und weiß, wo dieses Foto gemacht wurde?

Text und Bilder © 2018 Jos van Aken

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Auch ohne Midsommarstång wird es
knallkunterbunt – früher oder später

Heute, am 1. Juni, beginnt der Sommer – glaubt man den Meteorologen: Weil die „Wetterfrösche“ nämlich so leichter ihre Statistiken berechnen können. Kalendarisch dagegen beginnt der Sommer seit jeher am Tag der Sommersonnenwende. Die Schweden nennen das weniger umständlich und sogar nach einigen Aquavit noch halbwegs verständlich aussprechbar „Midsommar“, ziehen sich nackig aus (nicht alle, aber einige wohl doch) und hüpfen singend um die Midsommarstång – so eine Art Maibaum ( nur eben nicht im Mai, sondern etwas später).

Dieser kalendarische oder auch astronomische Sommer beginnt mal früher, mal später; es kommt darauf an, dass die Sonne senkrecht über ihrem Wendekreis steht – und zwar dem nördlichen.  Und das ist sowohl sicht- als auch spürbar: Die Mittsommerwende beschert uns nämlich den längsten Tag des Jahres und die kürzeste Nacht.  2017 ist das am 21. Juni.

 

Und weil das 3027 ein Mittwoch ist, müssen die Schweden in diesem Jahr – so schwer es fällt – noch ein paar Tage auf ihren Midsommar warten: Die Schweden sind nämlich (meistens) ziemlich vernünftig und haben 1953 kurzerhand ein Gesetz verabschiedet, wonach – Midsommar hin, Aquavit her – die Stange immer am Sonnabend aufgestellt und umhüpft wird, der zwischen dem 20. und 26. Juni liegt. Eine kluge  Entscheidung – wer will schon an einem Donnerstag oder Montag oder Mittwoch mit Brummschädel zur Arbeit wanken (oder gleich „blau machen“ – letzteres war wohl, weil arbeitgeberfreundlich entscheidend für das Midsommar-Gesetz).

Wer nun denkt, das Kuddelmuddel mit dem Sommeranfang der Wetterkundler einerseits, andererseits mit dem ursprünglich vom Julianischen  Kalender vorgegebenen Mittsommer-Beginn  – mal ganz zu schweigen von der durch Trunk-und Tanzlust der Schweden bestimmten Sonnabend-Regel – sei es genug, der irrt.

 

Es gibt nämlich noch eine – wie ich finde – recht einleuchtende Art, zu bestimmen, wann denn nun der Sommer anfängt. Diese Methode wird „Phänologischer Sommeranfang“ genannt und scheint mir die logischste.  Phänologisch bestimmt wird der Sommer (wie auch die anderen Jahreszeiten) ganz einfach durch Erscheinungen (Phänomene) in der Natur, Wenn zum Beispiel der Schwarze Holunder blüht, beginnt danach der Frühsommer, und wenn die Knospen der Lindenblüte sich entfalten, hat der Hochsommer begonnen.

 

Ich bin in diesem Jahr einfachheitshalber mal den Meteorologen brav gefolgt, habe bei strahlendem Sonnenschein den heutigen 1. Juni, ganz und gar ohne Midsommarstång,  Singen oder alkoholisch beschwingtes Gehüpfe (und akkurat bekleidet) zum Sommeranfang erklärt und bin zum Schul- und Bürgergarten gerollt. Dort hatte eine Explosion, eine Farbexplosion  den bereits verblühenden Frühling von den Beeten gefegt.Der kunterknallbunte Sommer hat begonnen.

 

Text und Bilder © 2017 Jos van Aken

 

Kann das weg –
oder ist das ’ne Fee?

Thema dieses Artikels ist eine vor allem bei Garten- und Pflanzenfreunden beliebte Dekoration: Die Flower Fairies (Blumen-Feen) nach Zeichnungen der englischen Kinderbuch-Autorin Cicely Mary Barker. Während der Recherchen und beim Schreiben fiel mir jedoch auf, dass diese ja absolut harmlosen Figuren durchaus das Potential von häuslichem Sprengstoff haben …
Jos van Aken

Ist das Kitsch? Oder kann das weg? Muss das möglicherweise sogar weg? Oder ist das vielleicht gar Kunst? Fragen über Fragen, die sich spätestens immer dann stellen, wenn wir unsere Wohnhöhle oder überhaupt unsere direkte Umgebung stimmungserhaltend, besser stimmungsaufhellend gestalten wollen. Vorab: Eindeutige Antworten auf diese Fragen gibt es viele – aber diese smarten Antworten gelten nicht immer, nicht für jeden, nicht für alles, was wir mit so einer schnellen Antwort bewertend – möglicherweise ein für allemal – in Schubladen verschwinden lassen.

Hier geht es konkret nicht um hochgestochene akademische (meist eher sinnlosen) Diskussionen mit gedankenschwer aufgestützem Kinn und Quer- oder Längs-Runzeln in der hochgezogenen Stirn über „große Kunst“, sondern um etwas ganz Alltägliches, an dem sich aber immer wieder die Geister scheiden – vornehmlich zwischen weiblichen und männlichen Geschlechts und Geschmacks – bis hin zu ernsthaften Beziehungskrisen (sprich: dem sprichwörtlichen schief hängenden Haussegen – aber wer hat heutzutage schon noch einen Haussegen? – außer eher fundamentalistischen Christen oder Familien jüdischen Glaubens. Bei letzteren muss der Haussegen übrigens sogar schief hängen, damit nicht irgendwann der Haussehenschief hängt (der sprichwörtliche): Die mosaische Mesusa, eine rituelle Schriftkapsel wird in orthodoxen jüdischen Haushalten auch heute noch an Türpfosten gehängt – und zwar schief. Das muss sein  – sonst …

„Kann das weg –
oder ist das ’ne Fee?“
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