Schloss-Wächter & Bus-Beauty

Begegnungen mit Menscheen in „meiner“ Stadt – das sind immer besondere Momente, natürlich auch für den Fotografen. In den vergangenen Tagen sind mir zwei junge Passanten besonders aufgefallen:

Die junge Frau, die neben mir im Bus zur Stadt saß, fiel mir nict nur wegen ihrer Schönheit auf: Fasziniert war ich von der Ruhe, der Gelassenheit und Würde, die sie ausstrahlte.

 

 

Und dann war da noch der junge Mann, der  mit vielen anderen an der Treppe zum Braunschweiger Schlossmuseum das frühe Fast-Sommerwetter und den Blick auf die alten und neuen Karossen beim Braunschweiger Autofrühling genoss. Fast machte er den Eindruck als sei er der gestrenge Wächter vor den Toren des Braunschweiger Shopping-Castles. Mein persönlicher Eindruck: Er wollte sehen – und unbedingt gesehen werden. Beides gelang ihm. Und Zeit für den obligatorischen Blick ins Smartphone blieb auch noch.

 

Text & Foto:© 2017 Jos van Aken

Bus-Nostalgie 1965

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Bald fährt er wieder: Der Oldtimer-Busse der Braunschweiger Traditionsmarke Büssing. Dieses „Präfekt“-Modell aus dem Jahr 1965 (NICHT, wie ursprünglich behauptet der 62er „Präsident“) sieht man in der Heimatstadt des Unternehmens wahrscheinlich bald wieder bei Stadtrundfahrten. Zurzeit wird sein Motor generalüberholt.

(Die Korrekturen bezüglich Baujahr und Modell-Name habe ich dem Braunschweiger Historienkenner und -forscher Thomas Ostwald zu verdanken)

Braunschweiger Traditionsmarke mit blutigem Hintergrund

Ein Jahr vor dem Produktionsjahr des Nostalgie-Gefährts war 1962 der Braunschweiger Ehrenbürger Rudolf Egger-Büssing gestorben. Der Nachfolger des Firmengründers Heinrich Büssing war verantwortlich für die Morde an vielen Zwangsarbeitern in den Büssing-Werken. Egger-Büssing gab nach dem Krieg zu, von den Morden gewusst zu haben, sie interessierten den Industriellen aber nicht weiter. Eine Verantwortung lehnte der Industrielle kategorisch ab:

„Wohl wusste ich, dass in den Lägern der KZ-Häftlinge Todesfälle vorkamen, jedoch hatte ich keine Veranlassung, mich um die Todesursachen zu kümmern, denn erstens kamen während der Kriegsjahre Todesfälle vor und zweitens hatte ich ganz andere Aufgaben“, so Egger-Büssing wörtlich in einer Stellungnahme.

Braunschweig ehrt Kriegsverbrecher

Obwohl die Kriegsverbrechen des Unternehmens bekannt waren, wurde er strafrechtlich nie belangt. Im Gegenteil. Braunschweig und die Bundesrepublik Deutschland überschütteten ihn mit Auszeichnungen und Ehrenbezeigungen. Neben der Braunschweiger Ehrenbürgerwürde zu seinem 60. Geburtstag verlieh ihm die Technische Hochschule Braunschweig den Titel eines Ehrensenators darüber hinaus wurde er zum Ehrenpräsidenten der IHK Braunschweig sowie zum Ehrenmitglied des Verbandes der Automobilindustrie ernannt.

Im selben Jahr wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Am 19. Juli 1961 wurde Egger-Büssing von der TH Braunschweig zum Dr.-Ing. E.h. ernannt.

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