War’s das? (Ich hab‘ den) Winter satt

Das war’s wohl. Hoffentlich. Der Winter ist – ich gebe es zähneknischend zu – in unseren Breiten ebenso wichtig für Flora wie Fauna – und zu der gehören nun mal auch wir Menschlein. Und da trifft es uns mehr oder weniger alle: die  nun erbärmlich frierenden Warmduscher wie mich, die, hustend, prustend und die der nur Dreifach-Grippeimpfung entkommenen Viren großzügig an unsere Nächsten verteilend ebenso wie  sportlich gekonnt schlitternde Möchtegern-Hochalpinisten, ewige Jugend in stylische Klamotten verpackt vortäuschend –  und den unvermeidlichen Gips an dieser oder jener Extremität stolz als eine Art Winterorden präsentierend.

Wenn der Kreisler mit dem Fendrich …

Ja, ja: Sport ist gesund – vor allem im Winter, habe ich gelernt. Das wusste schon der alte Schorse Kreisler. Der reimte in seinem gleichnamigen Liedl: „Ich selber habe auf mein Wort / im Skifahren einen Weltrekord / Im Zeitraum von zwei Wochen / brach ich mir achtzehn Knochen“.

Auch sein Co-Wiener Rainhard Fendrich wusste die nicht nur in der Alpenrepublik obligatorischen Winterfreuden zu  schätzen. „Es lebe der Sport“  jubelte  er und:

„Ein Sturz bei 120 kaem-ha / entlockt ihm ein erfreutes: Hoppala! / Und liegt ein Körper regungslos im Schnee / schmeckt erst so richtig der Kaffee“

Der eiskalten Ästhetik auf der Spur

Ich als gemäßigtes Nordlicht genieße den Winter eher bei sommerlichen Zimmertemperaturen von 22 Grad Celsius das Schneetreiben und die fortschreitende Vereisung mit wohligem Schaudern durch Thermopane-Scheiben  begutachtend  und vor allem unverbrüchlich optimistisch: Das hört irgendwann auch wieder auf, so mein Winter-Mantra.

Als homo fotographicus, der auf sich hält, hilft bei aller Kälte-Phobie und Sturz-Angst aber letztlich nix. Irgendwann muss ich doch mal ein paar Stunden raus – der Ästhetik von Eis und Schnee auf der Lichtspur.

Die Überwindung des eigenen, wohlige Wärme liebenden Schweinehundes lohnt sich dann meist sogar. Warum, das zeige ich hier mit einigen winterlichen Impressionen, die mich in den (hoffentlich) letzten Tagen der gefühlt sibirischen Minusgrade ein wenig mit der ungeliebten Jahreszeit versöhnten:

(Zum Vergrößern die Bilder der Galerie anklicken)

Es geht auch ohne Eis & Schnee:
Eine kleine Winteridylle am Ölper See

Winter – das ist für viele Naturfreunde und/oder Sportler gleichbedeutend mit einem Besuch in ein Mittelgebirge – oder gleich in die faszinierende Welt des Hochgebirges. Nur da, so scheint es, findet sich die – zugegeben unschlagbare -Postkarten-Winteridylle. Und die kennt bekanntlich vor allem zwei unverzichtbare Zutaten: Eis und Schnee. 

Aber Winter-Schönheit – das ist viel mehr als eiskalte Glitzer-Welt mit spigelndem Eis und überzuckerten Schneetannen. Mein Tipp: Einfach mal runter von der – auch von mir (wenn auch nicht immer freiwillig) geliebten – Couch und die Naturschönheiten mit allen Sinnen genießen, die es fast überall sozusagen „vor der Haustür“, jedenfalls gut erreichbar sind – übrigens auch für Menschen wie mich, die nicht mehr so mobil sind wie sie mal waren.

Die Bilder entstanden Mitte Februar 2018 bei einer kleinen Runde zum Ölper See im Norden von Braunschweig

Text und Bilder © 2018 Jos van Aken
(Bilder der Galerie zum Vergrößern anklicken):

1. Advent – wie aus dem Bilderbuch

Schnee und Winter und Kälte – das ist alles nicht wirklich so meins. Aber so von drinnen betrachtet, aus dem gut geheizten Timmer durch die Thermopanescheibe, sieht es doch ganz nett aus – und passt zu unserer traditionellen Kitsch-Deko.

© 2017 Jos van Aken

nun ruhen alle wälder…
… und ’n schönen gruß vom paule gerhardt

… und nicht nur die.

der alte pastor und verseschmied paul gerhardt ließ in der zweiten zeile seines wohl bekanntesten kirchenliedes, das sich seit rund 250 jahren in den klerikalen hitparaden hartnäckig-frömmelnd-besinnlich in den top-ten hält, mit den winterschlafenden nach- und hochwachsenden ressourchen gleich alles „Vieh, Menschen, Städt und Felder“ in tiefen schlaf fallen, war ja sozusagen „ein aufwasch“. in zeile 3 der nr. 477 des evangelischen gesangsbuches stellt er denn nicht ganz unlogisch fest: „es schläft die ganze Welt“ „nun ruhen alle wälder…
… und ’n schönen gruß vom paule gerhardt“
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minus 10 ° celsius – na und?

minus 10° celsius sind nicht meine welt – und mit umgerechneten 14° f wie fahrenheit (weil sich das gleich kuscheliger anhört) ist mir auch nicht wirklich geholfen. aber eins hilft jetzt – das braunschweiger heizkraftwerk mitte am ufer der oker: das dampft aus allen rohren (oder schornsteinen). temperaturen, bei denen sich wahrscheinlich nur pinguine und eisbären wirklich wohlfühlen, lassen mich deshalb zwar immer noch ziemlich kalt, aber nur noch, wenn ich mich todesmutig nach draußen traue.

in den eigenen vier wänden gibt es ja die fernwärme aus dem heizkraftwerk und verschafft mir wohlfühltemperaturen von 22° celsius (das sind fast 72° fahrenheit) ach ja – das dampfende heizkraftwerk beschert mir auch noch ein reizvolles fotomotiv – nur um das einzufangen, musste ich doch wieder nach draußen – bei minus 10° celsius.