Masch – meine „favorites“

Das Thema „Kirmes | Masch“ habe ich jetzt um zwei Farb-Variationen erweitert. Dafür boten sich mir thematisch zwei Motive an: Der längst zum „Rummel-Klassiker“ gewordene „Break-Dancer“ – und natürlich das Remake des Dampf-Riesenrads. Letzteres hatte in der von mir persönlich bevorzugten Schwarz-Weiss-Gestaltung das Missfallen eines Facebook-Nutzers provoziert (er blieb einsam und allein auf weiter Community-Flur. Die jetzthier und auf Facebook gezeigte Farbaufnahme entstand übrigens zeitgleich mit dem Bild in Graustufen (dank Wechselmagazinen an der klassischen Mittelformat-Kamera „Mamiya rb67“); der Film wurde aber erst jetzt entwickelt.

Die auf Farbnegativ-Film fotografierte Aufnahme des „Breal Dancer“-Motivs schrie geradezu nach einer Weiterverarbeitung in einem Farb-Stil, das an die frühen 1960er Jahre oder  auch Bilder aus Las Vegas erinnert. Ergänzt habe ich die Serie mit Schwarz-Weiss-Motiven von Fahrgeschäft-Begeisterten im Break Dancer und dem nach wie vor beliebten Auto-Scooter; außerdem noch einmal einige Bilder aus der Serie „Propeller“.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aaken-Maas

Für den Breakdancer bin ich definitiv zu alt – für das Dampfriesenrad wohl leider auch

„Osterwetter“ – immer wieder überschätzt

Ostern – dazu gehört doch „Schön“Wetter wie es im Buche steht (in welchem auch immer). Ich meine ja, dass das Phänomen „Wetter“ immer wieder gnadenlos überschätzt wird – zumindest, wenn es um die Erwartungshaltung eines ganz bestimmten Wettertyps zu ganz bestimmten Anlässen geht:

Weiss, grün, indian

Beispiele? Gerne Weihnachten hat gefälligst so weiß zu sein, dass es nur so stöbert – schneegestöbert, um es auf den Punkt oder die Flocke zu bringen. Und der Herbst, zumindest der im Monat Oktober, ist selbstverständlich goldig oder wenigstens „indian“.

Und weil das so ist – oder so zu sein hat, da wundert es dann kaum, dass im Urlaub – je nach Vorlieben oder wann und wo gebucht – entweder Tiefschnee auf der Piste und in der Loipe  oder karibisch durchsonnte Strände uns fürs Bravsein  (und weil wir immer unsere Teller leer gelöffelt haben) uns zu belohnen hat..

Ja, aber was ist mit Ostern? Diesem aktuell angedrohten Event mitsamt den sowohl glöckchenbehangenen als auch umsatzsteigernden  Hasen und Eierschlacht-Orgien werden wir ja wohl kaum entgehen. Wettermäßig ist das  ja wohl zweifelsfrei der klare Fall für frühlinghafte schäfchenbewölkte frühe Sonnen-Badereien samt der dazu gehörigen gefühlten Gefühle – aber bitte nicht unter gefühlten 19 Grad Celsius oded 66 ° Fahrenheit oder 292° Kelvin. Wo kämen wir denn dahin, wenn ein widerborstiger Petrus uns mit von ihm eigenhändig geklöppelten Wetterkapriolen den an langen dunklen schweinekalten Wintertagen herbei gesehnten obligatorischen Osterspaziergang versauen würde.

Mein Tipp für unverbesserliche Bilderbuchwetter-Gläubige: Bringt den unvermeidlichen Osterspaziergang möglichst bereits am Samstag (für Nordlichter: Sonnabend) vor Ostern hinter euch. Wie ich nämlich aus zuverlässiger Quelle erfuhr, werden sich an den echten Ostertagen (die nennen sich kalendarisch deshalb auch Ostersonntag und Ostermontag) der wahrscheinlich mittlerweile ein nisschen demente Petrus zusammen mit seiner Gespielin aus jungen Jahren, einer gewissen Frau Holle, einen ihrer depperten Späßchen machen:

Wenn die Holle mit dem Petrus …

Das ebenso himmlische wie märchenhafte  Duo pfeift auf  das blaue Band, das der hoffnungslose Romantiker Eduard Mörike seit nun auch schon wieder 190 Jahren um der Poesie willen in seinem einschlägigen Gedicht durch die Lüfte flattern lässt, und beschert uns ohne jede Rücksicht auf mögliche österliche open air-Gelüste regenschauerliche Festtage – nicht auszuschließen, dass die übermütige Dame Holle sogar einige Schneeflöckchen dazu mischt.

Pfui, kann ich da nur sagen, Pfui.

Aber was soll’s. Als unverbesserlicher Optimist warte ich mitsamt fotografischer Ausrüstung auf diese oder jene nicht auszuschließende Aufheiterung (die Wolkenlücke respektive die Hoffnung darauf, stirbt bekanntlich zuletzt) und tröste mich ansonsten mit einem sehnsüchtigen Blick auf unsere mittlerweile auch wieder verblühende Osterdeko auf der Fensterbank.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

Spinosaurus – ein neuer
Burg(h)er(r) lädt ein in den Rittersaal

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Neues vom Spino . Nicht wirklich – die Ausstellung über den „rätselhaften Riesen“ wird ja erst am 14. April im Rittersaal der Burg Dankwarderode  eröffnet. Aber ich habe doch einige neue Bilder von dem nicht zu übersehenden Urviech im von Ludwig Winter nachempfundenen Burggraben; der wird übrigens ansonsten für ein „Glühwein-Floss“ beim Weihnachtsmarkt genutzt. Hier aber erst mal meine neusten Spino-Impressionen: Sie entstanden, als ich die Funktionalität einer mittlerweile auch schon „klassischen“ Kamera aus der legendären Braunschweiger Kamera-Schmiede Rollei testete: Ich war unterwegs mit einer Rolleiflex 3003. Von dieser damals geradezu revolutionären einäugigen Spigelreflex-Kamera im Kleinbildformat. Rollei baute zwischen 1984 – 1994 lediglich 2.800 Exemplare.  Hier eine kleine Bildergalerie  – zum Vergrößern Bilder anklicken. Und hier geht es zum ursprünlichen Artikel mit erhellenden Informationen über den Burggraben-Dino

Nein, nein. Das, was sich da seit einigen Tagen im Pseudo-Burggraben der vom Hans Dampf der neueren Braunschweiger Baumeister-Geschichte, dem Braunschweiger (Geheimen) Baurat Ludwig Winter nachempfundenen alten Burg Dankwarderode breit macht,  ist nicht etwa Werbung für eine neue „Fein“schmeckerei US-amerikanischer Fastfood-Ketten; es gibt aber schon erste Spötter, die staunend vor dem  Riesenviech zwischen Ruhfäutchenplatz und Burg Dankwarderode stehen und rätseln, ob in dem historistischen Burgtraum Ludwig Winters seligen Gedenkens demnächst noch ’ne Filiale einer Fastfood-Kette einziehen werde.

Appetit machen könnte so eine Riesenechse schon. Der Spinosaurus machte vor geschätzt 100 Millionen Jahren nicht etwa Braunschweig unsicher, sondern eher die Flüsse Afrikas unsicher: Mit stattlichen rund 18 Metern Länge und schätzungsweise bis zu 20 Tonnen Lebendgewicht. Damit stellte er – rein größenmäßig – seinen kleinen Vetter,  den zweifingrigen Tyrannosaurus Rex, auch T.Rex genannt, locker in den Schatten.

Also einen „MacDino“  in der Burg Dankwarderode muss kein Braunschweiger fürchten – und es soll wohl auch keinen Mini-Jurrasic Park auf dem Burgplatz geben – da seien Heinrich und sein Löwe vor.

Das Maxi-Modell eines Spinosauriers, das seit einigen Tagen anderen alten, und hübschen Kram wie  den Burglöwen, den Dom oder das Horneborstelsche Haus als Selfie-Kulisse um Längen schlägt, soll nicht etwa Appetit auf Spino-Burger machen, sondern auf eine neue Ausstellung:

Am 14. April eröffnet im Rittersaal der Burg Dankwarderode die Ausstellung „Spinosaurus – Der rätselhafte Riese“. Bis zum 15. Juli 2018 erwartet die Besucher ein ausgesprochener Leckerbissen (also doch!) für kleine und große Dino-Fans. Dass die Dino-Mania, die  spätestens seit dem cineastischen Blockbuster „Jurrasic  Park“ des Regisseurs Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 in der Stadt Heinrichs des Löwen eigentlich nie nachließ, dürfte durchaus auch in der Person und dem Wirken des Veranstalters der Ausstellung begründet sein.

Der Direktor des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig, Prof. Dr. Ulrich Joger,  ist als Biologe und Paläontologe  eine weit über Deutschland bekannte Kapazität , was die Riesenechsen angeht. Unter anderem  beteiligte Joger sich an einer Expedition in die Republik Niger, wo er eine neue Dinosaurierart entdeckte.

Seitdem gibt es im Naturhistorischen Museum im alten Braunschweiger Universitätsviertel an der Pockelsstraße nicht nur pünktlich zum Osterfest lebende Osterküken zu bewundern, sondern immer öfter die urzeitlichen Riesenechsen: Die sind zwar nicht so lebendig – und volr allem nicht so flauschig  wie die Huhnbabies zur Osterzeit, dafür aber zumindest etwas größer. Schwerpunkt des Treffunkts der der BraunschweigerDinofreunde an der Pockelsstraße ist der Dino-Saal. Seit 2010 werden  in einem ehemaligen Hörsaal  dauerhaft die Ergebnisse der Dinosauriergrabungen des Joger-Teams in der Republik Niger präsentiert.

Der „Braunschweiger“ Dino Spinophorosaurus nigerensis steht im Mittelpunkt dieses Ausstellungsraumes. Der Langhals-Saurier wurde von Wissenschaftlern des Naturhistorischen Museums auf abenteuerlichen Expeditionen in der Republik Niger zwischen 2004 – 2008 entdeckt. Er war seit mehr als 100 Jahren die erste neue Saurier-Art, die von deutschen Wissenschaftlern im Ausland entdeckt wurde.

 

Kernstück der Dauerausstellung im Naturhistorischen Museum ist das weltweit erste rekonstruierte Skelett von Spinophorosaurus nigerensis, eines im Jahr 2009 neu beschriebenen Sauropoden – übrigens mit etwa 13 Metern Länge auch nicht gerade zu kurz geraten.

Alles rund um den „rätselhaften Riesen Spino“ erfahren ab dem 14. April dann die Braunschweiger im Rittersaal der Burg Dankwarderode.

Text & Bilder: © 2018 Jos van Aken

Hier noch einmal alle bisherigen Bilder, zu denen mich der erste, einzigen und möglicherweise letzte Dinosaurier mitten in Braunschweig machte:

 

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